Paul Bouvier
Geboren 1857.
Gestorben 1940.
Paul Bouvier (30. Mai 1857 – 27. Er wurde an der École des Beaux-Arts in Paris ausgebildet, wo er 1878 eintrat und 1886 sein Architekturdiplom erwarb.
Sein architektonisches Schaffen ist zu einem grossen Teil der «ephemeren Architektur» zuzuordnen, die für Ausstellungspavillons und -dekorationen konzipiert war. Zu seinen Arbeiten zählen den Unterlagen zufolge die Modellmolkerei und der Arc de l’avenue du Crêt für die 5. Schweizerische Landwirtschaftsausstellung in Neuenburg (1887), der Palais des Beaux-Arts und das Village suisse für die Schweizerische Landesausstellung in Genf (1896), die Architektur der Schweizer Abteilungen an der Weltausstellung in Paris (1900) sowie der Uhrenpavillon für die Schweizer Abteilung an der Weltausstellung in Mailand (1906).
1910 beendete er seine Architektenlaufbahn, um sich ausschliesslich der künstlerischen Tätigkeit zu widmen.
Seine Aufenthalte in Italien und Nordafrika — mit dokumentierten Aufenthalten in Tunesien 1888 und 1897 — gingen mit einem umfangreichen Bestand an Zeichnungen und Aquarellen einher; laut Dossier umfasst dieser für Nordafrika mehr als hundert Arbeiten. In Italien gemalte Aquarelle wurden bereits 1882 in Paris im Rahmen des Klubs «Amants de la nature» und im selben Jahr in Neuenburg bei den «Amis des Arts» ausgestellt.
Ab 1885 war er in der ehemaligen Pulverkammer des Jardin du Prince in Neuenburg untergebracht und nutzte dieses Atelier bis 1939. Nach 1910 konzentrierte sich sein Schaffen hauptsächlich auf das Aquarell — bevorzugte Motive waren die Umgebung von Neuenburg —, während Ölmalerei, Zeichnung und Lithografie nur gelegentlich vorkamen.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit unterrichtete er ab 1892 an der École de dessin professionnel in Neuenburg und übernahm später den Vorsitz der Kommission. Die Anerkennung seiner Laufbahn belegt seine Ernennung zum Ritter der Légion d’honneur im Jahr 1937. Sein Nachleben zeigt sich in Ausstellungen, die ihm 1948, 1984, 2016 und 2019 gewidmet waren; ausserdem vermerkt das Dossier, dass mehrere Aquarelle über eine Galerie zum Verkauf angeboten wurden.
Paul Bouviers Werdegang verbindet auf dokumentierte Weise eine auf das Ephemere ausgerichtete architektonische Tätigkeit mit einer auf Aquarell und lokale Landschaft konzentrierten Malerei.


