Joseph Hornung
Geboren 1792.
Gestorben 1870.
Er war ein Genfer Maler, der sich auf Porträts, Genremalerei und Historienmalerei spezialisierte. Seine Ausbildung erhielt er in Genf und anschliessend in Paris, wo er bei Antoine-Jean Gros studierte; nach seiner Rückkehr in seine Heimatstadt stellte er ab 1826 im Musée Rath aus. Sein historisches Werk schöpft insbesondere aus der Geschichte der Reformation und aus den Gründungserzählungen Genfs.
Gemälde zu Jean Calvin zeugen von dieser Ausrichtung, während das im Schloss Chillon aufbewahrte Diptychon die Gefangenschaft von François Bonivard thematisiert. Hornung nahm zudem am Genfer Bürgerleben teil: Ab 1836 sass er in der kantonalen Legislative, zunächst im Repräsentierenden Rat und danach im Grossen Rat. Diese doppelte Präsenz in der Kunstwelt und in den politischen Institutionen verortet seine Tätigkeit in der Genfer öffentlichen Kultur des 19.
Jahrhunderts. Er widmete sich auch der Lithografie, insbesondere für Porträts und zeitgeschichtliche Szenen. Die Quellen des Kulturerbes identifizieren mehrere Künstler aus der Familie Hornung; die hier erwähnten Daten und Werke beziehen sich auf den 1792 geborenen Genfer Maler.
Das Diptychon von Chillon und die Szenen aus der Geschichte der Reformation zeigen zwei Facetten seiner Historienmalerei, die sich zugleich dem lokalen Gedächtnis und den Episoden zuwendet, welche die Genfer bürgerliche Identität prägen.
