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Swiss Art GallerySt-Prex · Schweiz
Swiss Art Gallery · St-Prex

Jean Roll

Geboren 1921 in Genf (Schweiz).

Gestorben am 6. Juni 2015 in Mies (Schweiz).

Schweizer · Schweizer figurative Malerei der Genfer Schule · geometrisch strukturierte, poetisch-realistische Stillleben oder « schweigende Naturen » mit ausgeprägten Transparenzen.

Als Schweizer Maler der Genfer figurativen Tradition entwickelte Jean Roll ein Werk, das auf zeichnerischer Präzision, ausgewogenen Formen und einer bewusst zurückgenommenen Lichtführung beruht. Obwohl er der gegenständlichen Darstellung treu blieb, verlieh er seinen Kompositionen durch geometrische Ordnung, sorgfältig bemessene Tiefenräume und feine Transparenzen eine eigenständige, nüchterne Modernität.

1943 arbeitete er im Wallis bei Paul Monnier, der ihn in seinem Atelier aufnahm und ihm seine Erfahrung auf dem Gebiet der religiösen und dekorativen Kunst vermittelte. Diese Schulung setzte sich in einer ungewöhnlich vielseitigen Praxis fort: Neben der Staffeleimalerei schuf Roll Bühnenbilder, Mosaiken, Fresken und Tapisserien und entwarf Werke für architektonische Zusammenhänge. Dokumentiert sind seine Kartons für die Seitenaltäre der Christkönigskirche in Petit-Lancy, der Auftrag für die Rosette der Kirche Sainte-Thérèse sowie das Glasfenster Vierge à l’Enfant in der Kapelle Sainte-Bernadette in Laconnex.

Ab 1952 unterrichtete er mehr als drei Jahrzehnte an der Genfer Schule für bildende und angewandte Kunst. Seine langjährige pädagogische Tätigkeit begleitete eine kontinuierliche Ausstellungspraxis und eine dauerhafte Einbindung in die regionalen Künstlerkreise. 1973 verbrachte er ein Jahr am Schweizerischen Institut in Rom und erweiterte damit einen bereits durch zahlreiche Präsentationen in der Schweiz geprägten Werdegang.

1951 nahm er an der Schweizerischen Kunstausstellung in Bern teil. 1960 stellte er in Schaffhausen mit den acht Genfer Künstlern des Groupe des Corps-Saints aus; im Musée Rath war er später in Groupe 68 und Artistes de Genève, 1980 : la peinture vertreten. 1983 beteiligte er sich zudem an L’Objet événement artistique in den Halles de l’Île.

Die 2017 in Champéry und Clarens-Montreux veranstalteten Retrospektiven ermöglichten schließlich einen umfassenden Blick auf sein langjähriges Schaffen.

Den charakteristischsten Teil seines Werks bilden Stillleben, die er selbst lieber als « schweigende Naturen » bezeichnete. Eier, Glaskugeln, Federn, Muscheln, Bücher, Gefäße, Metronome und Obelisken erscheinen in kargen Bildräumen, die wie kleine Bühnen der Unbeweglichkeit angelegt sind. Die beinahe tastbare Präzision der Dinge bleibt dabei stets mit einem Moment des Geheimnisvollen verbunden: Durch Spiegelungen, Gegensätze und leere Zwischenräume verwandelt Roll die alltägliche Gegenwart der Gegenstände in eine Meditation über Zeit und Stille.

Die Ölgemälde Nature morte, Le Jour de Gloire, Ainsi font-ils und Le Mariage Secret führen diese Bildwelt in diesem Werkensemble fort.

Die von Swiss Art Gallery präsentierten Werke von Jean Roll führen diesen künstlerischen Weg fort und fügen sich schlüssig in diesen Werkkorpus ein.

Jean Roll

Verfügbare Werke