Franz Niklaus König
Geboren 1765.
Gestorben 1832.
Franz Niklaus König, geboren am 6. April 1765 in Bern und am 27. März 1832 in derselben Stadt verstorben, wird als Schweizer Maler bezeichnet.
Bekannt wurde er durch Aquatinten und andere Druckgrafiken – häufig für das das Berner Oberland besuchende Publikum bestimmt – sowie durch ländliche Genreszenen und Darstellungen traditioneller Trachten; mehrere Drucke wurden in zahlreichen Exemplaren reproduziert.
Zunächst in der väterlichen Werkstatt ausgebildet – sein Vater wird als Emanuel König genannt –, setzte er seine Lehre in Bern bei Tiberius Dominikus und Marquard Wocher fort und wurde um 1782 Schüler von Sigmund Freudenberger. Anschliessend vervollkommnete er sich bei Balthasar Anton Dunker in der Druckgrafik und in Reproduktionstechniken.
1786 gründete er in Bern ein Malergeschäft und heiratete im selben Jahr Maria Magdalena Wyss. Die biografische Notiz erwähnt eine kinderreiche Familie – 19 Kinder –, von denen nur vier oder fünf das Erwachsenenalter erreicht haben sollen.
1797 zog er mit seiner Familie ins Berner Oberland, liess sich zunächst in Interlaken nieder und wohnte von 1803 bis 1809 in Unterseen. Seine Tätigkeit wurde durch die französische Invasion von 1798 vorübergehend beeinträchtigt; die Quelle berichtet, dass er damals als Artilleriehauptmann diente. In dieser Zeit gehörte er zu den Förderern der Unspunnenfeste, die erstmals 1805 abgehalten wurden (die Quelle erwähnt zudem eine Beteiligung im Jahr 1808).
Im Oberland spezialisierte er sich auf Aquatinten und Darstellungen des Landlebens, Themen, die durch die Reproduktion bestimmter Blätter zu seiner Bekanntheit beitrugen. Sein Schaffen umfasst kolorierte Druckgrafiken, Lithografien, Aquarelle und kleine Ölgemälde, die für die Besucherinnen und Besucher der Region bestimmt waren; einige dieser Werke wurden auf Wanderausstellungen in der Schweiz, in Deutschland und in Paris gezeigt.
Werke von Franz Niklaus König befinden sich in mehreren öffentlichen Sammlungen, darunter im Bernischen Historischen Museum, in der Schweizerischen Nationalbibliothek, im Kunstmuseum Bern, im Kunsthaus Zürich und in der Graphischen Sammlung ETH Zürich. Zu den herangezogenen biografischen Einträgen gehören das Historische Lexikon der Schweiz (Eintrag von Tapan Bhattacharya) sowie Fachlexika wie SIKART.