Édouard Ravel
Geboren 1847.
Gestorben 1920.
Édouard Ravel, 1847 in Versoix geboren und 1920 in Plainpalais gestorben, ist ein Genfer Maler mit einer ausserordentlichen Vielfalt an Themen und Techniken. Zunächst in der Emailmalerei ausgebildet, studierte er bei Barthélemy Menn und Alfred van Muyden und unterrichtete anschliessend fünfundzwanzig Jahre lang an der École des beaux-arts de Genève. Porträts, Genreszenen, Landschaften, historische Kompositionen, Illustrationen und Wandmalereien prägen seine Laufbahn.
Er stellte an den Pariser Weltausstellungen von 1878 und 1889 aus und gehörte der Eidgenössischen Kunstkommission an.
Seine Reisen durch die Schweiz und Frankreich schärften seinen aufmerksamen Blick für Orte und Menschen. Das Wallis nimmt in diesem Werk einen besonderen Platz ein. In Fête patronale au val d’Hérens (1889), das im Musée cantonal des Beaux-Arts de Lausanne aufbewahrt wird, fügen sich die Prozession, die Trachten und die farbigen Gonfalone in den engen Rahmen eines Tals ein.
Das Museum hebt die kompositorische Arbeit hervor, die nach den Feldstudien erfolgte: Eine vom Val Ferret inspirierte Kapelle findet in einer im Val d’Hérens angesiedelten Szene ihren Platz. Dieses Gemälde, das an der Pariser Weltausstellung gezeigt wurde, wo Ravel eine Bronzemedaille erhielt, offenbart zugleich seine narrative Meisterschaft und den Geschmack seiner Zeit für ein idealisiertes Bild der alpinen Bräuche.
Ravel malte auch intimere Momente und arbeitete in den Techniken der Zeichnung, der Radierung und des Plakats. Eine Ausstellung der Galerie du Boléro in Versoix zeigte 2022, in welchem Mass diese Vielfalt dazu beigetragen haben konnte, sein Werk schwer einzuordnen. Gerade darin liegt heute sein Interesse: Vom aus dem Leben erfassten Porträt bis zur grossen öffentlichen Szene beobachtet Ravel menschliche Gesten und schafft Bilder, in denen gelebtes Detail auf den Anspruch des Erzählens trifft.









