Charles L’Eplattenier
Geboren 1874.
Gestorben 1946.
Charles L’Eplattenier (1874–1946), ein Neuenburger Maler, Dekorateur und Pädagoge, trug um die Wende zum 20. Jahrhundert dazu bei, La Chaux-de-Fonds eine visuelle Identität zu verleihen. An der École d’art leitete er den «Cours supérieur» und regte seine Schülerinnen und Schüler zur Suche nach einer ornamentalen Sprache an, die von der Fauna und Flora des Jura inspiriert war.
Das Musée des beaux-arts der Stadt bringt mit diesem Ansatz den Style sapin in Verbindung, eine regionale Variante des Art nouveau, die auf der Beobachtung und Stilisierung natürlicher Formen beruht. Maler, Architekten, Keramiker, Mosaikkünstler und Dekorateure arbeiteten damals an Projekten zusammen, in denen angewandte Kunst, Dekor und Architektur miteinander verbunden wurden.
L’Eplatteniers Malerei bleibt eng mit den Landschaften seiner Region verbunden. «Au sommet (Mont-Racine)» (1904), ein grossformatiges Öl auf Leinwand im Besitz des Musée des beaux-arts, veranschaulicht diese Verbundenheit mit der Landschaft des Jura. In «Temps de mars» (1907) werden der verschneite Berg und der bewegte Himmel zum Gegenstand einer Panoramakomposition: Das Museum beschreibt die Schneeschmelze als Auftakt des Frühlings.
Das in Tempera auf Leinwand gemalte Werk zeigt auch sein Interesse an den jahreszeitlichen Variationen von Licht und Farbe.
Der Künstler arbeitete auch in den Bereichen Skulptur und monumentale Dekoration. Das Gebäude des Musée des beaux-arts, das 1926 eingeweiht und gemeinsam mit dem Architekten René Chapallaz entworfen wurde, trägt über seinem Eingang das Flachrelief «Pégase ou Le Génie des Arts» von L’Eplattenier. Diese Präsenz in der öffentlichen Architektur führt das kollektive Anliegen des Style sapin fort: die Kunst in die Räume und Gegenstände des täglichen Lebens zu integrieren.
Seine Tätigkeit als Lehrer gehört zu seinen nachhaltigen Vermächtnissen. Mehrere bedeutende Künstler der Region gingen aus seiner Lehre hervor, darunter Charles-Édouard Jeanneret, der spätere Le Corbusier. L’Eplatteniers Werk verbindet somit Landschaftsmalerei, dekorative Künste und öffentliche Kunst, bleibt dabei jedoch tief im Neuenburger Jura verwurzelt.






