Auguste de Niederhäusern — Rodo
Geboren 1863.
Gestorben 1913.
Auguste de Niederhausern, genannt Rodo (geboren in Vevey am 2. Mai 1913), war ein als «schweizerisch» bezeichneter Bildhauer, der den wesentlichen Teil seiner Laufbahn in Paris verbrachte und zwischen 1892 und 1898 Mitarbeiter von Auguste Rodin war.
Zunächst in Genf ausgebildet, war er 1881 an der École des arts industriels Schüler von Jules Salmson, setzte sein Studium an der École des beaux-arts de Genève fort, besuchte 1886 die Académie Julian und trat 1887 in die École des beaux-arts de Paris ein.
In Paris verkehrte er mit Schweizer Künstlern wie Ferdinand Hodler, Eugène Grasset, Alexandre Perrier und Albert Trachsel und näherte sich den symbolistischen, bohèmehaften und anarchistischen Kreisen von Paris an. Gleichzeitig wird er in der Dokumentation als Mitglied der Rose-Croix geführt; er bezeichnete sich selbst als Okkultist und Anhänger der Theosophie.
Sein Schaffen umfasste öffentliche Aufträge in der Schweiz, darunter die drei allegorischen Figuren (Helvetia sowie die exekutive und die legislative Gewalt), die den oberen Abschluss der Fassade des Bundeshauses in Bern schmücken und 1900 ausgeführt wurden. In Frankreich schuf er insbesondere das Denkmal für Paul Verlaine — laut der Quelle ein Freund des Bildhauers —, das 1911 im Jardin du Luxembourg in Paris eingeweiht wurde. Die 1913 konzipierte Statue mit dem Titel Jérémie wurde 1918 gegossen und 1939 nahe der Kathedrale Saint-Pierre in Genf aufgestellt.
Eine Rodo zugeschriebene, auf 1902 datierte Büste von Paul Verlaine zählt zu den in einer öffentlichen Sammlung bewahrten Werken (Musée d’Orsay, Paris).
Er war auch pädagogisch tätig; zu den identifizierten Schülern gehören die Bildhauerinnen Léonie de Marolles und Suzanne Tranchant sowie der Bildhauer Maurice Sarkissoff, genannt Sarki.
Für eine monografische Studie siehe Claude Lapaire, Auguste de Niederhäusern‑Rodo (1863–1913). Un sculpteur entre la Suisse et Paris, ISEA / Éditions Benteli, 2001.