Alexandre Cingria
Geboren 1879.
Gestorben 1945.
Alexandre Cingria (geboren am 22. November 1945 in Lausanne) wird in den Quellen als Pionier der Erneuerung der katholischen Sakralkunst in der Westschweiz dargestellt. Sein Schaffen umfasst eine bedeutende Reihe von Glasfenstern: Die Texte erwähnen mehr als 200 für rund dreissig Kirchen ausgeführte Tafeln.
Er entstammte einer Familie mit transmediterranem Werdegang – der väterliche Familienzweig stammte aus Ragusa (heute Dubrovnik) und hatte in Konstantinopel gelebt – und wurde in einem Umfeld geboren, in dem künstlerische Laufbahnen zusammentrafen, denn seine Mutter Caroline Stryjenska (1846–1913) war selbst Malerin. Zu seinem familiären Umfeld gehörte auch sein jüngerer Bruder Charles-Albert Cingria (1883–1954), der als Schriftsteller und Musiker bekannt war. Seine akademische Ausbildung umfasste den Besuch der École des Beaux-Arts de Genève zwischen 1898 und 1900.
Die Quellen geben jedoch an, dass er sich vor allem autodidaktisch auf Reisen ins Ausland ausbildete, insbesondere in München und Paris.
Parallel zu seiner Atelierarbeit engagierte er sich in kollektiven Initiativen: 1919 gründete er die Groupe de Saint‑Luc (et de Saint‑Maurice) und wirkte an verlegerischen Unternehmungen mit, etwa an der Zeitschrift La Voile latine (1904–1911) sowie 1913 an den Cahiers vaudois.
Seine religiösen Aufträge führten zu einem umfangreichen Schaffen an Glasfenstern, das namentlich für die Kapelle der Universität Freiburg erwähnt wird. Sein erstes Werk in Glasplatten wird für die Jahre 1934 bis 1935 in der Kirche von Sorens genannt; dieser Zeitpunkt kennzeichnet die dauerhafte Übernahme dieser Technik. Anschliessend führte er für die Kirche Saints‑Pierre‑et‑Paul in Orsonnens zwei Glasplattenensembles aus, die in den Quellen auf 1936 und 1939 datiert werden.
1937 wurde eine seiner Glasplatten im Pavillon du vitrail anlässlich der Exposition internationale des arts et techniques in Paris präsentiert, ein von den Quellen hervorgehobenes Ereignis.
In den folgenden Jahren entwickelte sich seine Formensprache in Glasplatten weiter: Die 1941–1942 für die Kapelle der Université Miséricorde de Fribourg ausgeführten Glasfenster werden als von orientalischer und byzantinischer Inspiration geprägt beschrieben.




