Sonja Sekula
Geboren 1918.
Gestorben 1963.
1936 zieht sie mit ihren Eltern in die Vereinigten Staaten und tritt bald mit den im Exil lebenden europäischen surrealistischen Künstlern in Kontakt, insbesondere im Umfeld von André Breton und Marcel Duchamp. Sie stellt in Peggy Guggenheims Galerie Art of This Century aus, bevor sie von Betty Parsons vertreten wird. Im Zentrum der New Yorker Avantgarde präsentiert sie ihre Werke gemeinsam mit Künstlern wie Barnett Newman und Jackson Pollock, ohne dass sich ihr Schaffen auf eine ihrer Schulen reduzieren liesse.
Als Malerin, Zeichnerin und Schriftstellerin entwickelt Sekula aus dem surrealistischen Impuls und den neuen Möglichkeiten der Abstraktion eine persönliche Bildsprache. Ihre Kompositionen geben Zeichen, Rhythmen und der evokativen Kraft der Formen Raum. Schon die Titel einiger Werke — Private Totem (1947), The Town of the Poor (1951) oder The Voyage (1956) — lassen eine Vorstellungswelt erkennen, in der sich die persönliche Erfahrung und die Aussenwelt kreuzen.
Die im Museum of Modern Art aufbewahrten Notizbücher erinnern daran, dass die Zeichnung diese Suche über die Leinwand hinaus begleitet; ihr Schaffen umfasst auch Gedichte und Prosa.
Nach fast zwei Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten kehrt sie 1955 in die Schweiz zurück und lebt ab 1958 bis zu ihrem Tod 1963 in Zürich. Ihr Weg war von psychischen Krisen geprägt, die ihre Tätigkeit zeitweise unterbrachen; dennoch verdient ihr Werk, in seiner Kontinuität und Vielfalt betrachtet zu werden. Die Ausstellung im Kunstmuseum Winterthur 1996 und anschliessend jene im Kunstmuseum Luzern 2016 haben dazu beigetragen, Sekula ihren Platz unter den Künstlerinnen und Künstlern zurückzugeben, die den Austausch zwischen Surrealismus und Abstraktion auf beiden Seiten des Atlantiks erneuerten.