Serge Brignoni
Geboren 1903.
Gestorben 2002.
Serge Brignoni, geboren am 12. Januar 2002 in Zollikofen, war ein Schweizer Maler, Grafiker und Bildhauer, dessen künstlerische Praxis durch eine 1926 begonnene Sammlung aussereuropäischer Kunst ergänzt wurde. Seine ethnografische Sammlung wurde ab 1985 in mehreren Etappen der Stadt Lugano geschenkt, wo sie im Museo delle Culture aufbewahrt wird.
Nach einer ersten Ausbildung bei Victor Surbek und anschliessend an der Akademie der Künste in Berlin liess er sich 1923 in Paris nieder. Während der Pariser Jahre verkehrte er in avantgardistischen Kreisen — insbesondere ist er an der Seite von Alberto Giacometti und Pablo Picasso belegt — und stellte 1927 und 1928 im Salon des indépendants aus.
Sein Werdegang wird in den Quellen den surrealistischen und primitivistischen Tendenzen zugeordnet; 1933 schloss er sich der Gruppe 33 an, einer in Basel ansässigen oppositionellen Künstlervereinigung.
Privat heiratete er 1935 die chilenische Malerin Graziella Aranis (1906–1996) und kehrte, durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs dazu gezwungen, 1940 in die Schweiz zurück. Der Krieg hatte materielle Folgen: Ein grosser Teil seiner eigenen Kunstwerke wird als gestohlen oder zerstört verzeichnet, während seine ethnografische Sammlung vom französischen Zoll zurückgehalten und unversehrt aufbewahrt wurde.
Nach Kriegsende gelang es ihm jedoch, seine Sammlung zurückzuerhalten, und ab 1985 machte er Lugano aufeinanderfolgende Schenkungen; unter den aus diesen Erwerbungen hervorgegangenen Objekten gehören heute drei kanakische Architekturskulpturen zu den im Museo delle Culture bewahrten Beständen.
Brignonis Werk ist somit an der Schnittstelle verschiedener bildkünstlerischer Praktiken — Malerei, Grafik, Skulptur — und eines sammlerischen Engagements für aussereuropäische Künste zu lesen, eine Haltung, die in der biografischen Dokumentation des Künstlers regelmässig wiederkehrt.
