Rudolf Koller
Geboren 1828.
Gestorben 1905.
Rudolf Koller (1828–1905), ein in Zürich geborener und verstorbener Schweizer Maler, ist vor allem für seine Pferde, Hunde und Viehherden bekannt. Sein Werk umfasst auch einfühlsame alpine Landschaften, in denen sich der naturalistische Blick mit der Praxis der Freilichtmalerei verbindet. Er studierte an der Industrieschule Zürich und anschliessend an der Kunstakademie Düsseldorf, wo er sich mit Arnold Böcklin anfreundete.
In Paris besuchte er das Atelier des Tiermalers Jacques Raymond Brascassat.
Nach seiner Rückkehr nach Zürich im Jahr 1851 richtete Koller dort sein Atelier ein. 1862 liess er sich am See, im Zürichhorn, nieder und hielt Kühe, um sie in aller Ruhe beobachten und zeichnen zu können. Ab Mitte der 1860er-Jahre arbeitete er regelmässig im Freien und unternahm Reisen, insbesondere nach Italien.
Die eingehende Beschäftigung mit den Tieren wurde zu einem Mittel, Bewegung und Licht sowie ihre Einbindung in die Landschaft zu erforschen.
Sein berühmtestes Gemälde, *Die Gotthardpost* (*La Poste du Gothard*, 1873), wurde von der Direktion der Eisenbahngesellschaft Nordostbahn als Abschiedsgeschenk für Alfred Escher in Auftrag gegeben. Im Vordergrund überquert eine von fünf Pferden gezogene Postkutsche die Gotthardstrasse; die Bewegung des Wagens und jene der Tiere verleihen der Szene ihren Schwung. Das Kunsthaus Zürich interpretiert das Werk als Allegorie der Beschleunigung des Verkehrs im Zeitalter der Eisenbahn.
Das Gemälde befindet sich heute in seiner Sammlung.
Koller lässt sich jedoch nicht auf dieses ikonisch gewordene Bild reduzieren. Seine Tierstudien, Porträts und Bergansichten offenbaren einen aufmerksamen, minutiösen Beobachter, der Veränderungen der Gangart und Lichteffekten besondere Beachtung schenkte. Das Dictionnaire historique de la Suisse zählt ihn zu den bedeutenden Vertretern des Schweizer Naturalismus, der realistische Genauigkeit mit den Neuerungen der Freilichtmalerei zu verbinden vermochte.
1898 wurde in Zürich eine grosse Retrospektive seines Werks gezeigt, und die Universität Zürich verlieh ihm die Ehrendoktorwürde.
