Rudolf Hurni
Geboren 1914.
Gestorben 2003.
Rudolf Hurni zeichnet sich den verfügbaren Unterlagen zufolge durch eine ausgeprägte formale Entwicklung aus — von einer bisweilen pastos gemalten Gegenständlichkeit in seinen Stillleben über zunehmend klarere, «vergeistigte» Kompositionen bis hin zu Farbfeldern und feinen geometrischen Konstruktionen — und durch seine Einbindung in den Kontext der «Zürcher Konkreten» in der Schweiz; in der Literatur wird er als Schweizer Maler vorgestellt.
Rudolf Hurni wurde am 20. April 2003 in Bern (f1). Ab 1939 war er im Bereich der grafischen Gestaltung tätig: An der Schweizerischen Landesausstellung (Landi) führte er Gestaltungsarbeiten aus, was eine bereits auf angewandte visuelle Kommunikation ausgerichtete Berufstätigkeit belegt (f11).
Nach dem Krieg richtete er 1945 in Aarau sein eigenes Atelier ein (f5). Im November 1951 verlegte er seinen Wohnsitz nach Zürich; vier Jahre später wurde er in die GSMBA (Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten) aufgenommen. Dies markierte seine offizielle Anerkennung in den lokalen Kunstkreisen (f6, f14).
Die erste belegte grosse Einzelausstellung fand 1961 in der Städtischen Galerie Strauhof in Zürich statt und war seinen Stillleben gewidmet (f12). 1988 erschien sein Name sowohl im Programm des Kunsthaus Zürich als auch unter den Gründungsmitgliedern der Zürcher «Gruppe X»; diese Positionen verorten sein Werk in den damals aktiven Künstlernetzwerken (f13, f10). 2001 widmete ihm die Fondation Saner in Studen eine bedeutende Retrospektive, die als Höhepunkt seiner späten öffentlichen Aufmerksamkeit dokumentiert ist (f17).
Die Quellen beschreiben eine technische und expressive Veränderung: von Stillleben, in denen die Gegenstände noch an einem plastischen Modell festhalten, hin zu einer Malerei, in der die Formen «in einen besonderen Zustand des Schwebens eintreten», und schliesslich zu Oberflächen, die in feinen Schichten bearbeitet sind, insbesondere mit Acryl. Darin werden innere Zustände in eine Bildsprache übersetzt (f19). Nach seinem Tod bestanden Galerie und Atelier noch einige Zeit weiter; im März 2017 wurden die Räumlichkeiten geräumt.
Dieser Umstand ist bei Nachforschungen zur Erhaltung oder Zugänglichkeit des materiellen Nachlasses des Künstlers zu berücksichtigen (f18).