Raphy Dallèves
Geboren 1878.
Gestorben 1940.
Raphy Dallèves (1878–1940) war ein Genremaler, der mit der École de Savièse verbunden war und dessen Werk sich hauptsächlich auf die bäuerliche Welt des Wallis konzentriert. Er soll am 26.
Nach Studien in Paris kehrte er 1905 endgültig in seine Heimatstadt zurück. Bereits vor dieser Rückkehr gehörte er 1903 zu den Gründern der Sektion Savièse der Société des peintres et des sculpteurs suisses und war an der Gründung der Société des traditions valaisannes beteiligt. Später, 1937, wurde er zum Mitglied der kantonalen Kommission für historische Denkmäler ernannt.
Sein letzter zu Lebzeiten bekannter öffentlicher Auftritt fand 1936 statt, als Dallèves im Saal des Casinos in Sitten ausstellte. Bei seinem Tod vermachte er den grössten Teil seines Werks der Stadt Sitten und dem Staat Wallis; im Testament wird die Absicht erwähnt, ein ihm gewidmetes Museum einzurichten.
Als Spezialist für Porträts und Gesten des Alltags widmete er sein Schaffen den Bewohnerinnen und Bewohnern des Wallis – insbesondere jenen aus Savièse, Hérémence und Évolène –, die er häufig in Tracht darstellte. Diese lokale Fokussierung verbindet ihn mit der École de Savièse, während seine Ausstellungstätigkeit über die regionalen Grenzen hinausging; Beteiligungen an Gruppenausstellungen in München, Berlin und Rom sind belegt. Die Rezeption seines Werks wurde nach dem Krieg neu bewertet: Eine 1999 im Manoir der Stadt Martigny organisierte Retrospektive vereinte rund achtzig Werke; ausserdem ist er in der Ausstellung «Welcome to Paradise.
L'École de Savièse» im Musée d'art du Valais (2024–2025) vertreten. In bibliografischer Hinsicht bilden eine Monografie von Louis Buzzini (1941) und eine Studie von Frédéric Elsig (1999) einschlägige Referenzarbeiten zu seinem Werk. Die Präsenz seiner Werke in öffentlichen Sammlungen steht im Zusammenhang mit dem in seinem Testament erwähnten Vermächtnis, das ihre Erhaltung auf kommunaler und kantonaler Ebene bestimmte.
Dallèves erweist sich somit als ein Maler mit aufmerksamem Blick für die menschliche Landschaft und die Kleidungssitten des Wallis, dessen Œuvre Gesichter und dörfliche Praktiken an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert dokumentiert.
