Plinio Colombi
Geboren 1873.
Gestorben 1951.
Plinio Colombi (Bellinzone, 1873 – 1951) ist ein Schweizer Maler, dessen Werk sich vor allem den Landschaften der Berner Alpen widmet. Nach seiner Sekundarschulzeit in Lausanne wandte er sich zunächst der Architektur und anschliessend an der Höheren Technischen Schule in Winterthur den angewandten Künsten zu. Ein Aufenthalt in Paris im Jahr 1897 ging seiner Niederlassung im Kanton Bern im folgenden Jahr voraus; ab 1899 arbeitete er als freischaffender Maler.
Die Bergwelt wird zum Zentrum seines Blicks. Colombi spezialisierte sich auf Winter- und Hochgebirgslandschaften, die von den Berner Alpen und der Region des Thunersees inspiriert sind. Sein naturalistischer Ansatz bevorzugt ein klares Licht, präzise Linien und eine reduzierte Komposition.
Die Elemente der Landschaft sind in klar lesbaren Bildebenen geordnet, wodurch die Szenen eine dekorative Qualität erhalten, ohne ihre Verankerung in den beobachteten Orten einzubüssen.
Seine Tätigkeit beschränkt sich nicht auf die Staffeleimalerei. Aus Interesse an Druckgrafik und Plakatgestaltung erprobte er grafische Techniken und nahm an den grossen Landesausstellungen seiner Zeit teil. Das Historische Lexikon der Schweiz betont, dass sein leuchtender und linearer Naturalismus ihn zu diesen Forschungen führte.
Sein Werdegang verbindet damit die Tradition der Schweizer Landschaftsmalerei mit einer umfassenderen visuellen Kultur, in der das gedruckte Bild zunehmend an Bedeutung gewinnt.
Das Kunstmuseum Bern bewahrt Vorfrühling (1902), ein in Öl auf Leinwand ausgeführtes Werk, das in seiner Sammlungspräsentation gezeigt wird. Dieses Werk ordnet Colombi unter jene Schweizer Künstler ein, deren Landschaften den Wechsel der Jahreszeiten und die Wahrnehmung des Territoriums zum Gegenstand haben. Seine hauptsächlich im Kanton Bern verlaufene Laufbahn bewahrt zudem eine Verbindung zu seinem heimatlichen Tessin, auch wenn das Historische Lexikon der Schweiz festhält, dass seine Kontakte zum kulturellen Leben des Tessins episodisch blieben.
Der Kontrast zwischen diesen beiden Regionen erhellt die Eigenart eines Malers, der die Berner Alpen zu seinem wichtigsten Atelier unter freiem Himmel gemacht hat.

