Peter Anton Abesch
Geboren 1703.
Gestorben 1735.
Schweizer · Hinterglasmalerei der Surseer Schule, Innerschweiz, frühes 18. Jahrhundert
Der Schweizer Hinterglasmaler und Geistliche Peter Anton Abesch gehört zu jener Künstlerfamilie, die Sursee zu einem bedeutenden Zentrum der Hinterglasmalerei in der Innerschweiz machte. Als Sohn Johann Peter Abeschs und Bruder Anna Barbara Abeschs stand er in einer Familientradition, die religiöse, biblische und profane Druckgrafik in eigenständige Malereien übertrug.
Seine handwerkliche Ausbildung ist im Umfeld der väterlichen Werkstatt zu verorten. Die erhaltenen Arbeiten zeigen seine sichere Beherrschung der anspruchsvollen Malerei auf der Rückseite des Glases, bei der Zeichnung, Einzelheiten, Höhungen und Farbschichten in umgekehrter Reihenfolge ausgeführt werden. Seine Werke stehen für die miniaturhafte Präzision, den dünnen Farbauftrag und die feine Leuchtkraft der Surseer Schule.
Studien in Solothurn, Luzern und Strassburg gingen seinem Eintritt in den geistlichen Stand voraus. Die Quellen bringen ihn zudem mit einem kirchlichen Amt in Neudorf in Verbindung. Die Malerei übte er neben seiner geistlichen Berufung aus, was die geringe Zahl der heute sicher zuweisbaren Arbeiten erklärt.
Zu diesen zählt Dionysos und Ariadne auf Naxos, ein um 1720 entstandenes kleinformatiges Hinterglasbild in der Stiftung Stadtmuseum Sursee mit der Signatur «P.A. von Esch fecit». Joseph und Potiphars Weib in der Stiftung Dr.
Edmund Müller in Beromünster ist mit «P.A.V.E.» bezeichnet und belegt seine Fähigkeit zur konzentrierten erzählerischen Komposition.
Die Aufnahme des letztgenannten Werks in den Katalog der 2000–2001 in Romont und Zug gezeigten Ausstellung Glanzlichter – Die Kunst der Hinterglasmalerei trug zur kunsthistorischen Einordnung Peter Anton Abeschs bei. Sein schmales Œuvre bildet ein seltenes Zeugnis für die Weitergabe der Hinterglasmalerei von Johann Peter an die Generation Peter Antons und Anna Barbara Abeschs.