Paul Bachmann
Geboren 1896.
Gestorben 1971.
Schweizerisch · Schweizer Figuration der Zwischenkriegszeit · Malerei, Druckgrafik, Illustration und Karikatur.
Der Schweizer Maler, Zeichner, Grafiker, Illustrator und Karikaturist Edwin Paul Bachmann (Frauenfeld, 1896 – Hirzel, 1971) arbeitete unter dem Namen Paul Bachmann. Als Sohn des Malers Jakob Edwin Bachmann und Bruder von Edwin Karl Bachmann gehört er zu einer Künstlerfamilie, deren ähnliche Namen und Signaturen eine sorgfältige Identifizierung verlangen. Um 1922 begann er als Autodidakt zu malen; 1923 unternahm er eine Studienreise nach Italien.
Seine Malerei entwickelte sich in den 1920er-Jahren vor allem in Landschaft und Figur. Die Familiendokumentation nennt Henri Rousseau als wichtigen Einfluss und führt Kompositionen wie Der Trompeter und Luftreise an. Bachmann arbeitete in Öl und Tempera und widmete sich zugleich intensiv der Handzeichnung, dem Holzschnitt und dem Linolschnitt.
In den 1920er- und 1930er-Jahren war er wiederholt im Kunsthaus Zürich vertreten und nahm 1928 an der Schweizerischen Nationalen Kunstausstellung teil.
Ein Werk bietet einen sicheren musealen Bezugspunkt: Herbstlandschaft, um 1925, Öl auf Leinwand, befindet sich seit 1929 als Teil der Sammlung Dr. H. E.
Mayenfisch im Kunsthaus Zürich und trägt die Inventarnummer 1968. Dieser institutionelle Nachweis hilft, Paul Bachmann klar von seinem Bruder Edwin Karl und seinem Vater zu unterscheiden, die ebenfalls in Zürcher Kunstarchiven erscheinen.
Seit den 1930er-Jahren weitete er seine Tätigkeit stark auf visuelle Kommunikation aus. Er arbeitete als Gebrauchsgraphiker, Illustrator und Karikaturist, unter anderem für Die Tat und den Nebelspalter. Eine 1936 entstandene Karikatur von Paul Bachmann wird vom Nebelspalter noch heute in seiner historischen Dokumentation reproduziert.
Hinzu kamen Plakate, Schulwandbilder und mehrere illustrierte Kinderbücher, darunter die in den 1940er-Jahren erschienene Reihe Bill und Bob.
Seit 1935 in Hirzel ansässig, führte Bachmann parallel seine Landschaftsmalerei und graphische Arbeit fort. Seine Signaturen liefern wichtige Hinweise: Ölbilder bezeichnete er häufig rückseitig mit «Paul Bachmann HIRZEL», während Karikaturen das Kürzel «P.BA» tragen können. Diese Unterscheidung ist in einer Künstlerfamilie, in der Vater und Bruder Edwin Karl ebenfalls den Namen Edwin verwendeten, besonders wichtig.
Der Auktionsmarkt für Paul Bachmann ist weniger dicht dokumentiert als jener seines Vaters, doch einzelne Angebote sind nachweisbar. Ein Werk mit dem Titel Kauft Bücher, Edwin Paul Bachmann zugeschrieben, wurde im Mai 2023 bei Dobiaschofsky angeboten. Für Preisvergleiche müssen Gemälde, Zeichnungen, Druckgrafik, Plakate und Illustrationen klar getrennt werden, da Funktion, Format und Seltenheit stark variieren.