Otto Wyler
Geboren 1887.
Gestorben 1965.
1887 in Mumpf geboren und in Aarau aufgewachsen, gehört Otto Wyler jener Generation Schweizer Maler an, die über die Landesgrenzen hinausblickte, ohne ihre vertrauten Landschaften aus den Augen zu verlieren. In Aargau im Zeichnen und in der dekorativen Malerei ausgebildet, setzte er seine Ausbildung in Paris und München fort, unter anderem bei Heinrich Knirr und Jacques-Émile Blanche. Ab 1908 stellte er im Kunsthaus Zürich aus.
Der Ankauf von La Guitariste durch das Wallraf-Richartz-Museum in Köln sowie eine 1913 in München errungene Goldmedaille zeugen von seiner frühen Anerkennung.
Die Landschaft nimmt in seinem Werk einen zentralen Platz ein, doch Wyler liess sich auf kein Genre festlegen: Porträts, Akte, Figurenszenen und Stillleben begleiteten seine künstlerischen Forschungen. Das Engadin, wo er ab 1917 in Ftan lebte, bot ihm Motive von Schnee und Bergen; Aarau, wohin er 1923 zurückkehrte, blieb sein Bezugspunkt. Aufenthalte in Südfrankreich, in Marokko 1934 und 1935 sowie später in Griechenland erweiterten sein Repertoire zusätzlich.
Er arbeitete auch in Aquarell, Zeichnung und Druckgrafik und schuf Fresken für seine Stadt.
Seine Malerei bringt Figur und Natur mit den modernen Strömungen in einen Dialog, denen er in Frankreich und Deutschland begegnet war. Die Einflüsse von Cuno Amiet, Giovanni Giacometti und Paul Cézanne sind darin erkennbar, ohne eine persönliche Entwicklung zu erschöpfen: Farbe, Kontur und Fläche verändern im Laufe der Jahrzehnte ihre Funktion. Die Porträts und Winterlandschaften der 1910er-Jahre wichen insbesondere in seinen letzten Jahren kargeren Landschaften und kraftvollen Bäumen.
Eine grosse Ausstellung im Museum Franz Gertsch 2021–2022 ermöglichte es, diese Entwicklung von den ersten Gemälden bis zu den Werken der 1960er-Jahre nachzuverfolgen.