Otto Vautier
Geboren 1863.
Gestorben 1919.
Ein flüchtiges Licht, eine weibliche Präsenz, der bläuliche Schatten eines Baumes: Otto Vautier entwickelt eine Malerei, die sensibel auf die Veränderungen des Sichtbaren reagiert. Vor allem für seine Figuren bekannt, ist er zugleich ein Landschaftsmaler, dessen Aufenthalte im Wallis eine weitere Facette seines Talents erkennen lassen. Sein Werdegang verbindet die deutsche Ausbildung, den Austausch mit Paris und das künstlerische Leben der französischsprachigen Schweiz.
Otto Adolphe Paul Vautier wird 1863 in Düsseldorf als Sohn des Schweizer Malers Benjamin Vautier des Älteren geboren. Nach seinen ersten Studien in seiner Heimatstadt bildet er sich in München zum Maler aus. Der Einfluss von Fritz von Uhde und der Kontakt zu den Künstlerkreisen von Dachau prägen diese Zeit.
Anschliessend hält er sich in Paris und im Wallis auf, wo er insbesondere mit Alfred Rehfous und John-Pierre Simonet Bekanntschaft schliesst. 1906 lässt er sich in Genf nieder, wo er 1919 stirbt.
Les Noyers à Savièse aus der Sammlung der Banque cantonale du Valais lädt dazu ein, seinen Blick auf die Landschaft zu entdecken. Die Bäume im Vordergrund und die weiter entfernten Häuser strukturieren eine Ansicht, in der die menschlichen Aktivitäten diskret präsent bleiben. Kühle Blautöne antworten auf die vom Licht erwärmten Brauntöne; das Ganze lässt den Übergang vom Ende des Winters zum Frühling anklingen.
Das ländliche Motiv wird so zur Suche nach einer Atmosphäre.
Diese Sichtweise steht im Kontext der École de Savièse, deren Künstler bestimmte Aspekte der bäuerlichen Welt auswählen und idealisieren. Sie sollte eher als malerische Interpretation denn als umfassende Bestandsaufnahme einer Gesellschaft betrachtet werden.
Vautier stellt in Genf, Zürich und Paris aus, erhält auf der Weltausstellung von 1900 eine Bronzemedaille und führt Wandmalereien für die Schule von Pâquis aus. Um sich seinem Werk anzunähern, lohnt es sich zu beobachten, wie das Licht die Formen miteinander verbindet: So gelangt man von der Identifizierung des Themas zu jener Empfindung, die dem Bild seine Einheit verleiht.











