Max Buri
Geboren 1868.
Gestorben 1915.
Max Buri (Burgdorf, 1868 – Interlaken, 1915) war ein Schweizer Maler, der mit der Erneuerung der Schweizer Malerei um 1900 in Verbindung gebracht wird. Nach einer ersten künstlerischen Ausbildung in Bern und Basel studierte er in München und anschliessend an der Académie Julian in Paris. Danach hielt er sich in mehreren europäischen Städten und in Nordafrika auf.
Diese Erfahrungen prägten einen Werdegang, der sich zwischen den grossen Kunstzentren und den Landschaften seiner Heimatregion entfaltete.
Nach seiner Rückkehr in die Schweiz arbeitete Buri zunächst in Langnau und anschliessend in Luzern, bevor er sich 1903 in Brienz niederliess. Das Dorf und die Landschaft des Berner Oberlands wurden zu den zentralen Motiven seines Schaffens. Er malte Szenen aus dem bäuerlichen Leben, Bewohnerinnen und Bewohner von Brienz, Porträts, lichtdurchflutete Landschaften und Stillleben.
Seine Kompositionen räumen den Figuren und den Gegenständen des Alltags einen hohen Stellenwert ein, während die Berge häufig den Hintergrund strukturieren.
Die Fondation Saner hebt die Entwicklung seiner Palette hervor: In Brienz wird seine Bildsprache expressiver, und die Farben gewinnen rasch an Intensität. Buri ordnet seine Gemälde mit klar gezeichneten Formen und kontrastierenden Farbflächen. Die Figurengruppen, insbesondere in den Dorfszenen, sind sorgfältig aufgebaut; Gesten und Blicke verleihen den Begegnungen eine theatralische Dimension, bisweilen mit einem Anflug von Humor.
Diese eigenständige Ausdrucksweise tritt in einen Dialog mit dem Erbe Ferdinand Hodlers, ohne darin aufzugehen.
1904 wurde sein Gemälde Die Dorfpolitiker von der Eidgenossenschaft für das Kunstmuseum Basel erworben – ein wichtiger Meilenstein seiner Anerkennung. Die Fondation Saner stellt ihn neben Hodler und Albert Anker als einen der bedeutenden Schweizer Maler des frühen 20. Jahrhunderts.
Auch das Kunstmuseum Bern führt Buri in seinem Überblick über die Schweizer Kunst, insbesondere anhand der Genrebilder seiner Sammlung. Im Alter von 47 Jahren verstorben, hinterliess er ein Œuvre, in dem das Alltagsleben des Berner Oberlands zu einem anspruchsvollen malerischen Thema wird.
