Marguerite Frey-Surbek
Geboren 1886.
Gestorben 1981.
Marguerite Frey-Surbek (1886–1981) entwickelte eine Malerei, die sich aufmerksam mit Licht, Farbe und dem Leben der Orte auseinandersetzt. In Delémont geboren und später mit ihrer Familie in Bern ansässig, studierte sie an der Kunstgewerbeschule und erhielt Unterricht bei Paul Klee. Ihre Aufenthalte in Paris zwischen 1906 und 1911 brachten sie in Kontakt mit Lucien Simon, Félix Vallotton, Maurice Denis und Édouard Vuillard.
Aus diesen Erfahrungen entwickelte sie eine eigenständige Bildsprache, die vom Impressionismus, Fauvismus und von den Nabis geprägt war, ohne sich auf eine einzige Schule festlegen zu lassen.
Porträts, Akte, Landschaften, Interieurs und Stillleben bilden ihr Œuvre, zu dem auch grafische Arbeiten und Wandmalereien hinzukommen. In ihren frühen Gemälden überwiegen zurückhaltende Farbtöne; nach einer Italienreise im Jahr 1932 gewinnt ihre Palette an Klarheit und Intensität. In «Sonnige Balkontüre» («Offene Tür zu einem sonnigen Balkon»), einem 1945 entstandenen Ölgemälde auf Leinwand aus der Kunstsammlung der Mobiliar, rahmen die Türflügel einen lichtvollen Ausblick.
Das schattige Innere ist keine blosse dunkle Zone: Rosa-, Blau- und Violetttöne antworten auf das Grün der Vegetation und das Blau des Meeres. Die Malerei macht diese Schwelle zu einem sinnlich erfahrbaren Übergang zwischen der Intimität des Raumes und dem Aussenraum.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Maler Victor Surbek, leitete sie eine Malschule in Bern und verfolgte zugleich eine eigenständige künstlerische Entwicklung. Ihr Wirken ging über das Atelier hinaus: Sie engagierte sich für die Unterstützung von Flüchtlingen, das Frauenstimmrecht sowie den Schutz des Kulturerbes und der Landschaften. 1936 war sie an der Biennale von Venedig vertreten; anschliessend gehörte sie von 1942 bis 1948 der Eidgenössischen Kunstkommission an.
Neuere Forschungen der Hochschule der Künste Bern tragen dazu bei, das Ausmass ihres Schaffens besser zu dokumentieren und anzuerkennen.
