Marcel Amiguet
Geboren 1891.
Gestorben 1958.
Marcel Amiguet wird in den überlieferten Quellen als ein zutiefst musikbegeisterter Maler und Grafiker bezeichnet, bekannt insbesondere für eine Mappe mit Radierungen von 1928, die zeitgenössischen Komponisten gewidmet ist, sowie für Arbeiten, in denen Berglandschaften, orientalisch inspirierte Sujets und Genrebilder zusammenkommen. August 1958).
Ab 1912 lebte er in Paris, besuchte Kurse an der École des Beaux-Arts und ergänzte seine Ausbildung durch Freskoarbeiten unter der Leitung von Paul Baudoüin sowie durch Unterricht bei François Flameng und Louis-Joseph-Raphaël Collin. Die dokumentarischen Hinweise beschreiben anschliessend eine wechselnde Präsenz in Paris und der Schweiz in der Zwischenkriegszeit, bevor er in den 1930er-Jahren endgültig zurückkehrte und später mit einem Atelierfahrzeug namens «L’Antenne» (Peugeot 402) durch Europa und nach Ägypten reiste. Im persönlichen Bereich heiratete er 1920 eine Pianistin namens Madeleine, die in der Notiz als Schwester des Malers Gaston Vaudou bezeichnet wird.
Sein Schaffen umfasst Malerei und Grafik; die Quellen betonen die Durchlässigkeit zwischen seinen visuellen und musikalischen Interessen, sowohl bei der Wahl der Sujets als auch im Zusammenhang mit Aufträgen und Porträts. Die 1928 veröffentlichte Radiermappe veranschaulicht dieses Interesse: Laut dem erhaltenen Verzeichnis sind darin Porträts von Komponisten wie Georges Auric, Paul Dukas, Manuel de Falla, Arthur Honegger, Darius Milhaud, Maurice Ravel und Igor Stravinsky zu sehen, neben weiteren Namen der damaligen Musikszene. Neben den Musikporträts umfasst sein dokumentiertes Werk Landschaften – insbesondere Berglandschaften (Jura, Alpen) – sowie orientalistische Motive und Genrebilder, die in den Beständen der eingesehenen Inventare verzeichnet sind.
Nach der Rückkehr von einer langen Reise organisierte er im Oktober 1933 eine bedeutende Ausstellung in der Galerie Renaissance in Paris, die laut der Notiz 247 Gemälde und Zeichnungen sowie 312 von seiner Reise mitgebrachte Objekte vereinte. Sein Reisebericht Seul vers l’Asie (1934) ergänzt die Dokumentation seiner Reisen und der mobilen Atelierpraxis: Darin schildert er vier Jahre, die er in einem Lastwagen verbrachte, und veranschaulicht die reisende Dimension seines künstlerischen Weges.
Die Marcel Amiguet zugeschriebenen Archive und Dokumentationsbestände befinden sich in Schweizer Institutionen: ein Bestand am Institut suisse pour l’étude de l’art (UNIL), ein Bestand mit Gemälden, Grafiken und Zeichnungen bei der Fondation Ateliers d’artiste sowie ein Archivdossier mit der Signatur PP 1145/879. Für die Erforschung und Kontextualisierung seines Werks wird die Monografie von Philippe Junod (Marcel Amiguet, peintre, mélomane et aventurier, Infolio, 2013) zu den neueren Quellen gezählt, die sein Schaffen erfassen und kommentieren.









