Lenz Klotz
Geboren 1925.
Gestorben 2017.
Lenz Klotz wurde 1925 in Chur geboren und liess sich nach dem Krieg in Basel nieder. Er widmete seine Malerei und Zeichnung der Freiheit der Linie. Ausgebildet an der Kunstgewerbeschule Basel, unterrichtete er dort fast vier Jahrzehnte lang.
Seine Tätigkeit als Pädagoge ging mit einer anspruchsvollen eigenen künstlerischen Arbeit einher, die im Austausch mit den Debatten über die Abstraktion stand, welche die Basler Kunstszene der Nachkriegszeit prägten. Von 1965 bis 1984 nahm er zudem als Mitglied der Kunstkommission am Leben des Kunstmuseums Basel teil.
Bei Klotz ist die Linie nicht nur der Umriss einer Form: Sie kann zur Form selbst werden. Sie bewegt sich, verknüpft sich und bricht ab, wobei sie Netzwerke bildet, die das Auge dazu einladen, ihren Rhythmen zu folgen. Die Gemälde und Arbeiten auf Papier eröffnen so einen Raum zwischen Konstruktion und Spontaneität.
Das Bündner Kunstmuseum, das bedeutende grafische Werkgruppen des Künstlers bewahrt, hat diese Linien in einen Dialog mit jenen von Alberto Giacometti gestellt: In sehr unterschiedlichen Ansätzen bearbeitet die Energie der Zeichnung die Grenze zwischen Figuration und Abstraktion. Gräuling, in der Sammlung des Bündner Kunstmuseums auf 1957 datiert, gehört zu diesen frühen Forschungen.
Sein Werk beschränkt sich nicht auf eine einzige Intensität. Die Kompositionen der 1950er- und 1960er-Jahre stehen neben den grafischen Arbeiten, Monotypien und späteren chromatischen Experimenten. Das Kunstmuseum Basel präsentierte seine Gemälde in der Ausstellung Grands gestes, die den Ausdrucksformen der Abstraktion gewidmet war, und seine Druckgrafik in einer Ausstellung über die Monotypie.
Seine Präsenz in mehreren Schweizer Sammlungen zeugt von der Dauer einer bis in die 2000er-Jahre fortgeführten Recherche. Von den ersten Liniennetzwerken bis zu den späten Werken hinterlässt er eine Malerei, die das Denken in Bewegung sichtbar macht – in der Spannung zwischen der Entscheidung des Gestus und der Struktur des Bildes.