Karl Moor
Geboren 1904.
Gestorben 1991.
Karl Moor (1904–1991) machte Basel und seine Umgebung zum Beobachtungsfeld einer zurückhaltenden und beharrlichen Malerei. Anschliessend ermöglichten ihm kantonale und eidgenössische Stipendien Reisen in die Niederlande, nach Frankreich und Italien, doch kehrte er immer wieder zu den Szenen der Region Basel zurück. Er skizzierte sie vor Ort, bevor er sie in seinem Atelier in Öl ausführte.
Landschaften des Juras und des benachbarten Elsass, Bahnhöfe und Strassen Basels, Porträts von Angehörigen oder Stillleben bilden ein Repertoire, in dem die Orte und alltäglichen Gesten ebenso viel zählen wie die bekannteren Ansichten. Seine Malerei wird gewöhnlich der sogenannten «tonalen» Basler Schule zugerechnet: Die Farbe entsteht dort durch nuancierte Akkorde und eine oft pastose Materialität. Ein im Kunstmuseum Basel aufbewahrtes Blatt, «Küchenecke», trägt auf der Rückseite eine Strasse mit Kirche, Tram und Passanten.
Diese zufällige Verbindung einer Küchenecke mit einer städtischen Szene vermittelt eine Vorstellung von der Weite seines Blicks, vom häuslichen Rahmen bis zum Leben der Stadt.
Moor arbeitete auch für öffentliche Räume. Die Wandmalereien der Schulen Dreirosen und Wettstein sowie anschliessend jene der Galerie des Kantonsspitals führten seine Kunst aus dem Atelier hinaus. Diese Aufträge kamen zu den Ausstellungen und seinen Staffeleibildern hinzu, ohne sein Interesse an den Menschen und Orten in seiner Nähe zu unterbrechen.
Moors Bilder laden dazu ein, die Stadt ohne Eile zu betrachten: Die Veränderungen des Lichts, die Materialität der Fassaden oder die Anwesenheit einiger Figuren genügen, um eine gewöhnliche Szene in ein malerisches Erlebnis zu verwandeln.









