Karl Gerstner
Geboren 1930.
Gestorben 2017.
Karl Gerstner (1930–2017) wird in der ihm gewidmeten Retrospektive im Haus Konstruktiv in Zürich (2003–2004) als «Künstler, Autor, Grafiker» vorgestellt – eine Bezeichnung, die die dokumentierte Vielfalt seiner Tätigkeiten veranschaulicht.
Von 1945 bis 1948 studierte er an der Allgemeinen Gewerbeschule Basel, wo er unter anderem Unterricht bei Armin Hofmann und Emil Ruder besuchte. Gleichzeitig absolvierte er eine Lehre im Studio von Fritz Bühler. 1949 eröffnete er in Basel sein eigenes Atelier für Grafikdesign.
1955 wurde er laut Quellen zum jüngsten Mitglied des Werkbunds und übernahm die Gestaltung einer Sondernummer der Zeitschrift Werk, deren typografisches Layout er überarbeitete. Zu seinen ersten öffentlichen Auftritten zählt eine erste Einzelausstellung im Club Bel Etage in Zürich im Jahr 1957.
Aus seinen Kooperationen ging eine berufliche Partnerschaft hervor: 1959 gründete er gemeinsam mit Markus Kutter die Agentur Gerstner+Kutter. Mit dem Eintritt von Paul Gredinger entwickelte sich die Agentur 1962 weiter und firmierte fortan unter dem Namen GGK. 1970 zog sich Gerstner aus der Geschäftsführung im Tagesgeschäft zurück, war jedoch bei einzelnen Aufträgen gelegentlich weiterhin beratend tätig.
Parallel zu seiner grafischen Praxis veröffentlichte er Überlegungen und Systeme: Programme entwerfen (Designing Programmes, 1964), Kompendium für Alphabeten (1972) sowie Werke zur Farbe wie Der Geist der Farbe (1981) und Die Formen der Farben (1986). Zudem entwarf er Schriftarten: Zwei seiner typografischen Entwürfe wurden von der Schriftgiesserei Berthold vertrieben. Seine Arbeit wurde in der Schweiz und im Ausland gezeigt, unter anderem in einer Einzelausstellung im Museum of Modern Art in New York (Designing Programs/Programming Designs, Februar–März 1973), mit seiner Teilnahme an Prinzip Seriell im Kunstmuseum Düsseldorf (1974) sowie in der monografischen Retrospektive im Haus Konstruktiv in Zürich (2003–2004).
2006 wurde sein Archiv dem Kupferstichkabinett der Schweizerischen Nationalbibliothek als Depositum / Vermächtnis übergeben – eine für die Erhaltung und Erforschung seines Werks relevante Information.
