Jakob Edwin Bachmann
Geboren 1873.
Gestorben 1957.
Schweizerisch · Figurative Schweizer Landschaftsmalerei · Alpen- und Seebilder, Porträt und Dekorationsmalerei.
Der Schweizer Maler, Zeichner und Lithograf Jakob Edwin Bachmann (Zürich, 1873 – Freienbach, 1957), meist Edwin Bachmann genannt, schuf ein Werk, das von Alpen- und Seenlandschaften, Porträts und Figuren geprägt ist. Das Musée d’Orsay bestätigt seinen bürgerlichen Namen Jakob Edwin Bachmann sowie Geburts- und Sterbeort. Seine erste Ausbildung galt der Lithografie, die ihm eine solide zeichnerische Grundlage vermittelte, bevor sich sein Schwerpunkt zunehmend auf die Malerei verlagerte.
Nach der Lehre hielt er sich in Leipzig, München und später in Paris auf. Die im Umfeld der Künstlerfamilie bewahrte Dokumentation berichtet, dass er in Leipzig und München in seiner freien Zeit Kunstakademien besuchte und sich in Paris neben seiner Tätigkeit als Grafiker an der École des Beaux-Arts in Malerei und Zeichnung weiterbildete. Nach der Rückkehr in die Schweiz um die Mitte der 1890er-Jahre arbeitete er zunächst als Lithograf und später in Richterswil bei Pfister+Meier, einem Unternehmen für Dekorations- und Theatermalerei.
Daneben entstanden Porträts, Landschaften, Stillleben und religiöse Darstellungen.
1913 beauftragte ihn die katholische Kirchgemeinde Richterswil mit den sakralen Gemälden für ihren Kirchenneubau. Sein ungefähr vier Meter hohes Chorbild der Dreifaltigkeit wurde direkt auf die gekrümmte Wand gemalt; auch der Kreuzweg ist dokumentiert. Dieses Ensemble verbindet seine Staffeleimalerei mit einer monumentalen und dekorativen Tätigkeit, deren Umfang in der späteren Wahrnehmung leicht übersehen wird.
Nach dem Ersten Weltkrieg liess sich Bachmann in Weesen nieder. Der Walensee, das Glarnerland und die umliegenden Berge wurden zu zentralen Motiven seiner Skizzenbücher und Gemälde. 1923 trat er bei Alois Eberhard, Theatermalerei in Weesen, ein und trug Verantwortung für die künstlerische Ausführung der Arbeiten.
1929 bezog er ein eigenes Haus in Pfäffikon am Zürichsee; seine zeichnerischen Erkundungen führten ihn vom Zürichsee bis ins Urnerland. 1947 zog er nach Freienbach und arbeitete noch bis in die frühen 1950er-Jahre intensiv an der Staffelei.
Der Kunstmarkt erlaubt heute ein differenziertes Bild seines Schaffens. Berg- und Seenlandschaften dominieren, darunter Le Breithorn, Zermatt von 1930, Aufkommender Sturm am Walensee und In den Dolomiten von 1920. Badende von 1940 belegt zugleich die Bedeutung der Figur in seinem Werk.
Die Schulung des Lithografen bleibt in der Gliederung der Gebirgsmassen, der Konturierung der Formen und der Staffelung der Bildräume spürbar, während die Farbe wesentlich zur Wiedergabe der wechselnden atmosphärischen Erscheinungen der Schweizer Landschaft beiträgt.
Bei der Zuschreibung ist besondere Sorgfalt erforderlich. Jakob Edwin Bachmann signierte gewöhnlich mit seinem zweiten Vornamen «Edwin» und setzte später mitunter «Pinx» hinzu. Vor allem sein Sohn Edwin Karl Bachmann (1900–1960), ebenfalls Maler, verwendete ebenfalls die Signatur «E.
Bachmann»; beide Schriftzüge können verwechselt werden. Die Werke des 1900 geborenen Edwin Bachmann, die im Kunsthaus Zürich bewahrt oder dokumentiert sind, gehören dem Sohn und dürfen nicht dem Vater zugeschrieben werden. Signatur, Datierung, Motiv und Provenienz müssen deshalb stets gemeinsam geprüft werden.
Sein Markt ist in der Schweiz regelmässig bei Auktionshaus Zofingen, Schuler Auktionen und Piguet dokumentiert. Bei Piguet wurde Le Breithorn, Zermatt, ein 1930 datiertes Ölbild auf Leinwand von 55,5 × 50 cm, im Dezember 2014 für CHF 1’600 zugeschlagen. Bei Dorotheum in Wien erzielte In den Dolomiten, Öl auf Leinwand von 1920, 45 × 50 cm, am 4.
Februar 2025 EUR 800. Die Preise reagieren deutlich auf Motiv, Format, malerische Qualität, Erhaltung und insbesondere auf die gesicherte Identifizierung innerhalb der Künstlerfamilie.