Hermann Huber
Geboren 1888.
Gestorben 1967.
Hermann Huber (1888–1967) gehört der Generation an, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts neue Wege für die Schweizer Malerei sucht. In Wiedikon bei Zürich geboren, studiert er an der Kunstgewerbeschule der Stadt und knüpft Verbindungen zu Otto Meyer-Amden und Reinhold Kündig.
Seine Reisen und Arbeitsaufenthalte führen ihn anschliessend nach Rom, Jerusalem, Algier und Paris. 1910 beteiligt er sich an der Gründung der Künstlergruppe Der Moderne Bund. Dieser Austausch zwischen Orten, Künstlern und Techniken prägt ein Œuvre, das Malerei, Druckgrafik und Freskomalerei umfasst.
Seine Kompositionen der 1910er-Jahre lösen sich von der blossen Nachahmung der Natur. In Aufwärts, um 1912 gemalt und im Kunstmuseum Luzern aufbewahrt, führt ein Weg zwischen Bäumen und Steinen durch eine Walliser Landschaft bergauf. Der enge Bildausschnitt, die Vertikalität des Weges und die Kontraste von Blau und Rot verleihen den Formen des Bodens eine beinahe organische Energie.
Huber fasst die Volumen in grossen Farbflächen zusammen und lässt die Bewegung des Pinsels sichtbar. Die Erfahrungen des Fauvismus und des deutschen Expressionismus erhellen diese Intensität, ohne das Bild auf eine Schule zu reduzieren. Der Ort bleibt erkennbar; Farbe und Komposition verwandeln seine Wahrnehmung.
Der Künstler arbeitet auch im Massstab der Architektur. In Jerusalem beteiligt er sich an den Wandmalereien der Dormitio-Abtei; in der Schweiz schafft er unter anderem Fresken für die Schweizerische Nationalbank in Zürich und für ein Pfarrhaus in Wiedikon. Parallel dazu setzt er seine Arbeiten an Figurenszenen, Landschaften und Bildern des Familienlebens fort, wie Gemälde im Kunsthaus Zürich belegen.
Nach einer Phase intensiver Tätigkeit und mehreren Aufenthalten im Ausland lebt er ab 1933 zurückgezogener in Sihlbrugg. Sein Werk bewahrt die schöpferische Spannung seiner Anfänge: ein solides Bild zu ordnen und zugleich der Farbe ihre eigene Schwingung zu überlassen.