Gustave Jeanneret
Geboren 1847.
Gestorben 1927.
Gustave‑Auguste Jeanneret (6. April 1847, Môtiers — 13. September 1927, Cressier) ist als Maler und Keramiker dokumentiert; hinzu kommt ein in den Quellen vermerkter politischer Einsatz.
Diese doppelte Ausrichtung — künstlerische Praxis und militantes Engagement — erscheint als Konstante der verfügbaren biografischen Dokumentation.
Seine erste Ausbildung erhielt er bei seinem Onkel, dem Maler und Lehrer Georges Grisel. Seine berufliche Ausbildung begann mit einer Lehre als Designer bei Zuber & Cie in Rixheim, einem auf dekorative Tapeten spezialisierten Unternehmen. 1867 liess er sich in Paris nieder, wo er Keramiken entwarf und an der Académie Suisse Malereistudien fortsetzte.
Ebenfalls erwähnt wird ein auf zwei Monate angelegter Arbeitsaufenthalt in Lyon, der auf Februar 1872 datiert ist. Seine erste Teilnahme am Pariser Salon erfolgte 1876.
Nach seiner Rückkehr in die Schweiz im Jahr 1878 liess er sich in Neuenburg nieder, wo er seine malerische Tätigkeit fortsetzte. Die Dokumentation vermerkt eine Reise nach Venedig im Jahr 1884 sowie die Ausführung einer grossen Zahl von Gemälden in als malerisch bezeichneten Regionen, wobei Gletscher ausdrücklich genannt werden. Seit den 1890er Jahren schuf er alpine Landschaften, was auf eine thematische Entwicklung hin zu Bergmotiven verweist.
Unter den datierten Werken wird Les Pressureurs (1887) genannt und als Darstellung des Inneren der Kelterei Croix‑Blanche in Cressier verortet. Die Dokumentation berichtet, seine Kunst sei «stark beeinflusst» von Gustave Courbet und Camille Corot gewesen; diese Formulierung wird in der Quelle wörtlich verwendet. Auf institutioneller Ebene wird er neben Eugène Burnand und Karl Alfred Lanz als Kommissar der Abteilung für Schweizer Kunst an der Weltausstellung von 1889 erwähnt.
Politisch aktiv, trat er der Ersten Internationale bei, wird als Mitglied der Juraföderation genannt und soll den Anarchisten James Guillaume kennengelernt haben. Derselben Dokumentation zufolge trug er nach dem Scheitern der Kommune konkret dazu bei, Kommunarden bei der Flucht aus Paris zu helfen, indem er falsche Papiere aus der Schweiz herbeibrachte. Später, 1919, gehörte er zu den Mitbegründern der Fédération suisse des travailleurs intellectuels, was ein dauerhaftes Engagement auf verbandlicher Ebene belegt.
Auf familiärer Ebene erwähnt die Dokumentation zwei Kinder, die Maler wurden: Blaise Jeanneret (1897–1988) und Baucis de Coulon. Nach einer Phase relativen Vergessens bilden eine grosse Retrospektive im Musée d'art et d'histoire de Neuchâtel im Jahr 1998 und der Ausstellungskatalog von Pascal Ruedin (Attinger Giles, 1998) die wichtigste genannte neuere Monografie. Die herangezogene Dokumentation erlaubt es, zentrale Linien nachzuverfolgen — die Ausbildung bei Georges Grisel, die industrielle Lehre, den Pariser und akademischen Aufenthalt, eine datierte und lokalisierte Produktion (z.
B. Les Pressureurs, 1887) sowie ein aktives politisches Engagement —, die den Eintrag strukturieren, ohne Anspruch auf die Vollständigkeit eines Werkverzeichnisses zu erheben.