Fritz Pauli
Geboren 1891.
Gestorben 1968.
Zunächst liess er sich zum Maler ausbilden, bevor er sich der Druckgrafik und der Zeichnung widmete. Albert Welti ermutigte ihn und unterstützte ihn dabei, seine Ausbildung in München fortzusetzen. Bereits in den 1910er- und 1920er-Jahren brachten ihm seine Radierungen und expressionistischen Zeichnungen eine Anerkennung ein, die über die Schweiz hinausging.
Später wandte er sich der Malerei zu und entwickelte ein figuratives Werk, das von einer bisweilen beunruhigenden Sichtweise geprägt ist und den inneren Konflikten sowie der menschlichen Existenz besondere Aufmerksamkeit widmet.
Pauli gehört zu den Schweizer Künstlern, denen ein Platz in der offiziellen Repräsentation des Landes anvertraut wurde. 1948 nahm er gemeinsam mit Franz Fischer, René Auberjonois und Albert Schnyder an der Biennale von Venedig teil. Zudem schuf er in Bern bedeutende Freskenzyklen: im Museum des Antonierhauses, das 1945 fertiggestellt wurde, und später im Rathaus, wo er 1956 ein umfangreiches Ensemble zur Schöpfung und zur Menschheitsgeschichte vollendete.
Die Wandmalerei wurde so zu einem Raum der Synthese zwischen seinem Interesse an Erzählung, Figur und den grossen spirituellen Fragen.
Das Kunstmuseum Luzern unterstreicht die Bedeutung des Rathauszyklus für die letzte Schaffensperiode des Künstlers. Die Archive von SIK-ISEA bewahren seine umfangreiche Korrespondenz mit seiner Familie, seinen Freunden, seinen Auftraggebern und seinen Sammlern auf. Diese Dokumente geben Aufschluss über die künstlerischen Netzwerke und ästhetischen Debatten, an denen Pauli Anteil hatte, und ergänzen ein Werk, das von der intimen Druckgrafik zu grossformatigen Wandkompositionen führt.
