Fred Stauffer
Geboren 1892.
Gestorben 1980.
Fred Stauffer (Gümligen, 1892 – Thörishaus, 1980) findet in den Schweizer Landschaften ein Experimentierfeld, in dem die Vertrautheit der Orte auf die Freiheit der Farbe trifft. Das Berner Oberland und das Emmental nehmen in seinem Werk eine zentrale Stellung ein. Der Künstler kehrt immer wieder mit einem auf Formen, Linien und Atmosphären gerichteten Blick zu ihnen zurück und macht die Landschaft zu einer malerischen Konstruktion ebenso wie zu einer Erinnerung an einen Ort.
Nach seiner Ausbildung am Lehrerseminar Hofwil entscheidet sich Stauffer für die Malerei und setzt seine Ausbildung in München bei Franz von Stuck fort. Die Entdeckung Edvard Munchs prägt ihn tief: Besonders beeindruckt ihn die Kraft vereinfachter Flächen und die strukturierende Rolle der Zeichnung. Dieses Interesse an der Moderne nährt eine persönliche Bildsprache, die der sichtbaren Welt dennoch verbunden bleibt.
Sein in der Sammlung der Mobilière befindliches Gemälde Près de Chexbres bietet hierfür eine aufschlussreiche Betrachtung. Die Rebberge und Trockenmauern gliedern den Raum, während der Genfersee und die sanfte Ferne eine Atmosphäre des beginnenden Frühlings schaffen. Der Blick bewegt sich so zwischen der Geometrie des Geländes und den empfindsamen Variationen des Lichts.
Die Fondation Saner ordnet Stauffer dem späten Schweizer Expressionismus zu und hebt seinen Beitrag zur Darstellung der Natur nach Ferdinand Hodler hervor. Ab den 1950er-Jahren wird seine Palette häufig leuchtender, ohne die andernorts in seinem Werk vorhandenen naturalistischen Nuancen auszulöschen. Auch seine Menschendarstellungen verbinden Ernst und Ironie und erweitern ein Œuvre, das vor allem für seine Landschaften bekannt ist.
Die Lithografie sorgt für eine weite Verbreitung seiner Kompositionen. Wer Stauffer entdecken möchte, kann diesem Dialog zwischen der ordnenden Linie und der belebenden Farbe folgen. Eine von der Fondation Saner 2007 organisierte Ausstellung mit begleitender Monografie trug dazu bei, die Betrachtung seines Werks zu erneuern.









