François Gos
Geboren 1880.
Gestorben 1975.
François Gos, Sohn von Albert Gos (Maler), entwickelte eine vielseitige Praxis, die Malerei und Skulptur ebenso umfasste wie angewandte und grafische Arbeiten. Nach seiner Ausbildung zunächst am Collège Calvin und anschliessend mit einem Diplom der École des Beaux-Arts de Genève hielt er sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts in München auf, ein Aufenthalt, der zu den erwähnten Stationen seines Werdegangs zählt.
Unter seinen institutionellen Engagements wird er als Mitbegründer der École d’art de Lausanne genannt.
Zu seinem angewandten Schaffen gehören die Gestaltung von Motiven und Ornamentvariationen für die Stickereimanufakturen von St. Gallen sowie touristische Plakate, Postkarten, Briefmarken und Presseillustrationen. Zudem führte er grossformatige Aufträge aus, insbesondere Panoramen für die Eisenbahn und für renommierte Hotels in Zermatt.
Die öffentliche Tätigkeit des Künstlers zeigt sich in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen sowie, den Notizen zufolge, in mehreren internationalen Auszeichnungen.
Im Bereich von Skulptur und Architektur sind das auf 1917 datierte Denkmal von Amersfoort (Holland) sowie die Ausführung von Kapitellen für das erste Goetheanum in Dornach im Jahr 1921 dokumentiert.
Das Ende seiner Karriere war auch von einer Präsenz in den Medien geprägt: durch wöchentliche illustrierte Artikel, die in der Tribune de Genève veröffentlicht wurden (1960er–1970er Jahre), sowie durch eine ihm gewidmete Sendung des Westschweizer Fernsehens im Jahr 1960. Die Notizen weisen zudem auf eine späte Entwicklung hin zu weniger figurativen Kompositionen und gedämpfteren Farbgebungen, die einen Teil seines Publikums überrascht haben sollen.
Die editorische Dokumentation erwähnt eine 1979 erschienene biografische Broschüre sowie die Wiederauflage von La Flore Alpine Décorative als Faksimile in einem Schuber im Jahr 2001. Privat heiratete er 1923 Marguerite Engel, mit der er zwei Kinder hatte; die Familie liess sich in Genf nieder, in der Residenz «La Soleillane», Chemin Venel Nr. 7, im Quartier Champel.
Die Vielfalt der Trägermedien – monumentale und architektonische Werke, angewandte Arbeiten für die Textilindustrie, Bilder für die Presse und Panoramenaufträge – durchzieht sämtliche Zeugnisse zu seiner Tätigkeit.
