Erich Hermès
Geboren 1881.
Gestorben 1971.
Als Kind kam er in die Schweiz. Einer Lehre als Dekorationsmaler in Lausanne folgten Studien an der Genfer Kunstschule sowie Ausbildungsaufenthalte in Paris, München und Italien. Dieser Werdegang erklärt die Leichtigkeit, mit der er von der Leinwand zur Wand, vom Glasfenster zum Plakat wechselte.
Genf und seine Umgebung wurden zu einem dauerhaften Schwerpunkt seines Schaffens, ohne seine Verbundenheit mit den Landschaften des Wallis zu mindern.
Seine erste grosse Schaffensperiode war von in die Architektur integrierten Dekorationen geprägt. Während des Ersten Weltkriegs arbeitete er in Vérossaz; die Kapelle Sainte-Marguerite vereint Wandmalereien, Reliefs und Glasfenster. Nach seiner Rückkehr nach Genf beteiligte er sich an der Erneuerung der protestantischen Sakralkunst.
Der Tempel von Carouge bildet sein bedeutendstes Ensemble: Zwischen 1921 und 1930 entwarf er dort Malereien und Dekorationen sowie Glasfenster, die gemeinsam mit dem Atelier Charles Wasem ausgeführt wurden. Eines davon, Quatre scènes des Évangiles (1924), vereint Gleichnisse und biblische Szenen in übereinander angeordneten Registern. Seine Signatur unterscheidet die Komposition von Hermès von der Ausführung durch Wasem; die im Vitromusée Romont erhaltenen Entwürfe geben zudem Aufschluss über seine Suche nach Farben.
In den 1930er- und 1940er-Jahren nahm das Tourismusplakat einen immer grösseren Platz in seinem Schaffen ein. Derselbe Sinn für eine klar lesbare Komposition diente nun dazu, die Schweizer Landschaften sichtbar und begehrenswert zu machen. Ab den 1950er-Jahren wandte er sich vor allem wieder der Tafelmalerei zu, mit Porträts und Landschaften.
Die Collection du Crest bewahrt so Barque au bord du Rhône à la Jonction, ein Zeugnis seiner wiederholten Aufmerksamkeit für die Genfer Ufer. Vom gemeinsam genutzten Raum eines Tempels bis zum Bild für die Passantinnen und Passanten versucht Hermès, die Kunst in den Orten des Alltags zu verankern.










