Edmond Bille
Geboren 1878.
Gestorben 1959.
Jahrhunderts das Val d’Anniviers, das zu einem der grossen Landschaftsräume seiner Kunst wird. Nach seiner Ausbildung an den Kunsthochschulen in Genf und anschliessend in Paris lässt er sich ab 1904 in Siders nieder, während er seine enge Verbindung zu Chandolin bewahrt. Landschaften, Genreszenen und Walliser Figuren ermöglichen es ihm, sowohl die Kraft der Orte als auch das Leben ihrer Bewohner zu erkunden.
Sein Schaffen geht jedoch weit über die Tafelmalerei hinaus: Er ist auch Graveur, Plakatgestalter, Illustrator und Schöpfer von Glasfenstern.
Jeune Valaisanne devant la maison rose (1915), das im Musée d’art du Valais aufbewahrt wird, eröffnet einen Einblick in diese doppelte Aufmerksamkeit. Eine Frau ruht sich in dem Garten aus, der vom Atelier Billes in Siders aus zu sehen ist. Die flächig aufgetragenen Farben, der pastose Pinselduktus und die Ruhe der Szene stehen im Kontrast zur Gewalt des Ersten Weltkriegs.
Das Museum lädt dazu ein, darin mehr als eine Pause von der bäuerlichen Arbeit zu sehen: Das Bild kann auch einen fragilen Zufluchtsort angesichts des Konflikts beschwören. Diese Lesart steht in Zusammenhang mit Billes Engagement; er veröffentlichte pazifistische Texte und beteiligte sich aktiv an den politischen und künstlerischen Debatten seiner Zeit.
In der Zwischenkriegszeit nehmen die Druckgrafik und die Glasmalerei in seinem Werk zunehmend Raum ein. Bille schafft monumentale Dekorationen und Glasfenster für Gebäude in Siders, Martigny, Saint-Maurice, Lausanne und andernorts in der französischsprachigen Schweiz. Das reale Licht durchdringt dort die Farbe und führt im öffentlichen Raum seine malerischen Forschungen weiter.
Als Autor kritischer Texte und Illustrator von Büchern, insbesondere von Werken Charles Ferdinand Ramuz’, verbindet er unablässig Bild, Schrift und das kollektive Leben. Als er 1959 in Siders stirbt, hinterlässt er ein Werk, in dem das Wallis zugleich beobachtete Landschaft, menschliches Umfeld und Horizont der Erfindung ist.









