Claudio Baccalà
Geboren am 4. September 1923 in Incella – Brissago (Schweiz).
Gestorben am 9. Dezember 2007 in Locarno (Schweiz).
Schweizerisch · Visionäre Figuration · Natur, Mythologie und Symbole.
Claudio Baccalà war ein Tessiner Maler und Zeichner mit autodidaktischer Ausbildung. Die Erfahrungen als Bauer und Hirte in den Bergen von Brissago prägten seine Bildwelt nachhaltig. Mitte der 1940er-Jahre begann er während seiner Arbeitsaufenthalte in der Deutschschweiz zu malen.
Nach seiner Rückkehr ins Tessin 1950 richtete er sein Atelier in Brissago ein.
Die Begegnung mit Jean Dubuffet 1949 eröffnete ihm Kontakte zu Künstlerkreisen in Paris und Brüssel. Seine erste Einzelausstellung fand 1951 in der Galerie Hutter in Basel statt. Der Art brut nahestehend, entwickelte er dennoch eine eigenständige, von Schulen unabhängige Bildsprache.
Im Jahr 1973 erhielt er den Malereipreis der ersten Biennale der Schweizer Kunst in Zürich.
Seine Kompositionen verbinden Menschen, Tiere, Bäume, Seen und Berge zu einer symbolischen Welt, in der Natur und Mythologie aufeinandertreffen. Auf frühe Temperaarbeiten auf Papier und Karton folgten grosse Ölbilder auf Leinwand. Viele kleine, nebeneinandergesetzte Farbpartien erzeugen einen mosaikartigen Rhythmus der Oberfläche, ohne die Lesbarkeit der Figuren aufzulösen.
Die Ausstellung in der Abteikirche Bellelay 1977 und die Retrospektive in der Pinacoteca comunale Casa Rusca in Locarno 1997 sind wichtige Stationen seiner Rezeption. Zu letzterer erschien der von Dalmazio Ambrosioni betreute Katalog. Die Fondazione Matasci widmete ihm vom 28.
Mai bis 27. August 2023 in Cugnasco-Gerra die Ausstellung Pittore poeta e contadino; anschliessend war er 2023–2024 in der Gruppenausstellung Promemoria vertreten.
SIK-ISEA nennt Werke im Gemeindesaal von Brissago und in der Pinacoteca comunale Casa Rusca. Ein weiterer Bestand wird im Deposito der Fondazione Matasci aufbewahrt: Barbara Baccalà vertraute der Stiftung 2018 Werke an. Die öffentlich zugängliche Privatstiftung ist von kommunalen Sammlungen zu unterscheiden; die Überlassung der Werke ist nicht als öffentlicher Ankauf zu bezeichnen.
Zu den bereits dokumentierten Auktionsauftritten zählen Vergine Bianca bei Auktionshaus Zofingen 2022 und L’albero bei Dobiaschofsky 2019. Diese Nachweise erschliessen einzelne Werke und ergänzen die Dokumentation des Œuvres; allein daraus lässt sich kein allgemeiner Wert für sämtliche Gemälde ableiten.
