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Claudévard

Geboren 1930.

Gestorben 2004.

Der Maler und Kartonentwerfer Claudévard — Künstlername von Jean-Claude Évard, 1930 in Biel geboren und 2004 in Le Cerneux-Péquignot gestorben — arbeitete in unterschiedlichen Dimensionen, von der Malerei und der Tapisserie bis hin zu monumentalen, in Gebäude integrierten Interventionen. In seinen Bildkompositionen erkundet er die farbige Fragmentierung des Raums und sucht innerhalb bewegter Dynamiken ein Gleichgewicht zwischen Formen und Farben; seine Experimente lassen sich der informellen Kunst zuordnen. Diese Vielfalt setzt sich in der Grafik, der Bildhauerei und der Bühnenbildgestaltung fort, während die Entwürfe für Textilien seine Arbeit mit der Herstellung von Tapisserien verbinden.

Sein Werdegang beginnt mit einer kaufmännischen Lehre in einem Notariat, die er parallel zu Malkursen beim Mouvement culturel romand bei Maurice Robert absolviert. 1949 veranlasst ihn sein Interesse an der Werbegrafik, sich für angewandte Kunst am Technicum cantonal de Bienne einzuschreiben. Eine Italienreise im Jahr 1953 macht ihn mit der Arbeit italienischer Freskenmaler bekannt; die biografische Quelle stellt diese Entdeckung in Zusammenhang mit seiner Vorliebe für das Monumentale, insbesondere bei seinen Tapisserieprojekten.

Malerei, grafische Gestaltung, Bildhauerei und textile Kunst bilden so eine vielseitige Praxis, in der die Suche nach Farbbalance auch in grossformatigen Arbeiten eine Fortsetzung findet.

Mit seiner Frau Jeanne-Odette schafft Claudévard rund zwanzig monumentale Tapisserien. 1967 gründet er gemeinsam mit etwa zehn Künstlerinnen und Künstlern aus der Romandie, darunter Denise Voïta, Arthur Jobin und Françoise Ragno, das Groupement des cartonniers-lissiers romands. Mehrere Aufträge und monumentale Arbeiten sind in die Architektur eingebunden: die Fassade aus graviertem Beton des Musée des beaux-arts du Locle, ein 150 m² grosses Fresko in Flachrelief am Collège de Numa-Droz in La Chaux-de-Fonds sowie ein Fresko aus gestocktem Beton am Gemeindegebäude von Le Cerneux-Péquignot.

Ein weiteres Arbeitsfeld ist die Bühne: Claudévard gestaltet die Bühnenbilder für Le Procès de la truie von Henri Debluë (1961), Jeunesse (1964) und Fuenteovejuna von Lope de Vega (1966).

Zwischen 1954 und 1982 nimmt er an zehn Biennalen des Musée des beaux-arts de La Chaux-de-Fonds teil. 1977 beteiligt er sich an Tapisseries suisses, artistes d’aujourd’hui, einer vom Groupement des cartonniers-lissiers romands organisierten internationalen Ausstellung, die in mehreren europäischen Ländern gezeigt wird. 1987 wird eine monumentale Installation von Claudévard im Rahmen einer Ausstellung in der Abbatiale de Bellelay präsentiert.

Nach seinem Tod widmet das Musée des beaux-arts du Locle 2006 Claudévard und Jeanne-Odette eine Ausstellung; im selben Jahr erscheint der Band Hommage à Jeanne-Odette et Claudévard. Mehrere Gemälde sind auf der Website der Collection des arts visuels de Bienne als zu besichtigen ausgewiesen.

Claudévard

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