Camille Graeser
Geboren 1892.
Gestorben 1980.
Camille Graeser (1892–1980) war ein Maler, Innenarchitekt und Designer, der mit der Zürcher Konkreten Kunst verbunden ist. In Carouge geboren, absolvierte er eine Ausbildung zum Kunsttischler an der Kunstgewerbeschule und studierte anschliessend an der Königlichen Akademie in Stuttgart. Zunächst arbeitete er als Innenarchitekt in Berlin, wo er dem Deutschen Werkbund angehörte und sich an den Debatten über modernes Design beteiligte.
Unter anderem entwarf er die Innenausstattung einer Wohnung in der Stuttgarter Weissenhofsiedlung, in einem Gebäude von Mies van der Rohe.
Parallel dazu begann Graeser zu malen. Nach kubofuturistischen Versuchen wandte er sich ab 1922 einer geometrischen Abstraktion zu, die mit seiner Auseinandersetzung mit Raum und Konstruktion verbunden war. 1933 verliess er Deutschland und liess sich in Zürich nieder; 1937 trat er der Künstlervereinigung Allianz bei.
Seine Bildsprache entwickelte sich weiter, ohne auf eine strenge Geometrie zu verzichten. Ab 1945 rückten die Bildfläche und die Proportionsverhältnisse ins Zentrum; in den 1950er-Jahren belebte und verschob er Module, häufig Quadrate, durch Rotation, Verschiebung oder Permutation. Formen und Farben ordnen sich in präzise konstruierten Gleichgewichten.
Zusammen mit Max Bill, Verena Loewensberg und Richard Paul Lohse gilt Graeser als einer der wichtigsten Vertreter der Konkreten Kunst in Zürich. Das Kunsthaus Zürich widmete ihm 1964 seine erste Museumsausstellung.