Bruno Baeriswyl
Geboren 1941.
Gestorben 1996.
Schweizerisch · Freiburger lyrische und gestische Abstraktion · Material, Grossformat und monumentale Kunst.
Der Maler, Zeichner, Lithograf und Schöpfer monumentaler Werke Bruno Baeriswyl nimmt einen bedeutenden Platz in der Geschichte der Freiburger Abstraktion der Nachkriegszeit ein. Die Stadt Freiburg hebt die Breite seiner Praxis hervor – Zeichnung, Malerei, Lithografie, Gouache, Glasmalerei und Keramik – und verweist auf die frühen Einflüsse des autodidaktischen Malers Ernest Riesemey und des Zeichenlehrers Albin Kolly.
Seine künstlerische Laufbahn begann 1958. Damals entwickelte er eine Technik, bei der er Asche mit Ölfarbe verband und damit Material, Spur und menschliche Präsenz in den Mittelpunkt seiner Bildsprache rückte. 1961 schloss er sich der Gruppe Mouvement an, einem Zusammenschluss Freiburger Kunstschaffender zur Belebung der lokalen Szene.
Auf die «Peintures Nougat» folgten die Serien «Poumons» und «Papillons», in denen sich seine Malerei zu einer organischen, gestischen Abstraktion entwickelte; daran schloss eine wichtige, von Blau und Weiss geprägte Phase an.
Die institutionelle Anerkennung setzte früh ein. Baeriswyl erhielt 1962, 1963 und 1969 Eidgenössische Kunststipendien und wurde 1964 Mitglied der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten. 1968 zeigte das Museum für Kunst und Geschichte Freiburg Bruno Baeriswyl gemeinsam mit Ueli Berger und Pierre Chevalley in einer von SIK-ISEA dokumentierten Ausstellung.
1974 eröffnete er zusammen mit Michel Ritter die Galerie RB an der Rue de Lausanne in Freiburg. Bis zur Schliessung 1979 zeigte der Ort ihre eigenen Arbeiten sowie Werke zeitgenössischer Künstler wie Ian Anüll, Janos Urban, Ueli Berger und Jürg Stäuble; Friart hebt heute die Bedeutung der Galerie für die Entstehung einer neuen Schweizer Szene hervor. 1991 widmete Friart Baeriswyl zum fünfzigsten Geburtstag eine von Michel Ritter kuratierte Ausstellung und beauftragte ihn mit fünf grossformatigen Planen für den Stadtraum.
Baeriswyls Werk zeichnet sich durch die Kontinuität zwischen materieller Erforschung und weit ausholender Geste aus. In den 1980er-Jahren führte er die Asche erneut in seine Kompositionen ein und verband sie mit weissen Gründen, fliessenden Farbspuren und grossen Formaten. Linie, Kreis und Spirale wurden zu grundlegenden Elementen einer Malerei, in der sich die Bewegung des Körpers unmittelbar in die Bildfläche einschreibt.
Das Museum für Kunst und Geschichte Freiburg hat diese innere Geschlossenheit von den Forschungen der 1960er-Jahre bis zu den späten Werken besonders hervorgehoben.
Öffentliche Sammlungen bestätigen die Bedeutung seines Schaffens. Das MAHF verzeichnet heute 114 dem Künstler zugeordnete Objekte und hat seine Bestände durch weitere Erwerbungen und Schenkungen ergänzt, darunter Kompositionen der 1960er-Jahre und den 1977 für den Schweizerischen Nationalfonds geschaffenen Zyklus von zehn Arbeiten auf Papier. Auch das Musée cantonal des Beaux-Arts in Lausanne bewahrt Werke von Baeriswyl und zeigte sie 2022 in Naissance et vie des formes.
Dessins contemporains de la collection. In Freiburg befindet sich zudem sein monumentales, 1988 geschaffenes Terrakotta-Relief weiterhin in der Unterführung beim Manor.
Nach seinem Tod veranstaltete das Museum für Kunst und Geschichte Freiburg vom 31. August bis 11. November 2001 eine grosse Retrospektive, begleitet vom zweisprachigen Katalog Bruno Baeriswyl 1941–1996, der gemeinsam mit Benteli erschien.
Gleichzeitig würdigte Friart den Künstler mit einer Hommage. Auf dem Schweizer Kunstmarkt ist sein Werk regelmässig bei Dobiaschofsky, Piguet und Genève Enchères dokumentiert; eine 1963 entstandene Composition, Öl auf Leinwand, 130 × 150 cm, wurde im November 2022 bei Dobiaschofsky für CHF 1’600 zugeschlagen. Für Preisvergleiche sind Technik, Format, Datierung, Zustand und der monumentale Charakter einzelner Arbeiten zu berücksichtigen.
