Barthélemy Menn
Geboren 1815.
Gestorben 1893.
Barthélemy Menn (Genf, 1815–1893) zählt zu den bedeutenden Schweizer Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts. Sein Werk erneuert die Darstellung der Natur in der Schweiz: Er führt die Praxis der Freilichtmalerei und die «intime Landschaft» ein, die einfache, nahe Motive einer heroischen Inszenierung der Alpen vorzieht.
Dieser in Frankreich von Camille Corot und den Künstlern der Schule von Barbizon entwickelte Ansatz findet bei Menn einen Ausdruck, der den Lichtveränderungen und der malerischen Qualität der Studie vor dem Motiv besondere Aufmerksamkeit schenkt.
Seine Landschaften erzählen weder eine historische noch eine religiöse Episode; vielmehr laden sie dazu ein, gewöhnliche Orte mit anhaltender Aufmerksamkeit zu betrachten. Diese Modernität unterscheidet ihn von mehreren Westschweizer Malern seiner Zeit, insbesondere von Alexandre Calame, dessen alpine Kompositionen stärker idealisiert und dramatisiert sind. Menn lehrt zudem während mehrerer Jahrzehnte in Genf.
Zu seinen Schülern gehören Ferdinand Hodler und Auguste Baud-Bovy; sein Unterricht trägt somit dazu bei, die Schweizer Malerei an der Wende zum 20. Jahrhundert zu prägen. Die Sammlungen des Kunst Museum Winterthur bewahren einen bedeutenden Bestand seiner Werke, insbesondere Landschaftsstudien.