Albert Schmidt
Geboren 1883.
Gestorben 1970.
Albert Schmidt (1. September 1883, Genf – 15. Dezember 1970, Chêne-Bougeries) ist ein Genfer Maler, dessen biografische Eckdaten eine klare Verortung seiner Schaffenszeit und seiner Lebensorte erlauben.
Er stammte aus einer Familie, die in der Industrie tätig war – als Sohn von David Schmidt, einem in Genf ansässigen elsässischen Industriellen – und wuchs in einem Umfeld auf, in dem das Sammeln von Kunst einen bedeutenden Platz einnahm; sein Vater wird als bedeutender Sammler von Werken Ferdinand Hodlers beschrieben. Stark von Ferdinand Hodler beeinflusst und von einer Leidenschaft für dessen Werk erfüllt, begann er eine künstlerische Ausbildung, die den Ausgangspunkt seiner malerischen Tätigkeit bildete. Sein beruflicher Werdegang war jedoch durch sein Engagement im Familienunternehmen und sein zurückhaltendes Wesen geprägt: Diese Umstände führten dazu, dass er den grössten Teil seiner Zeit der Malerei in seiner Freizeit widmete, anstatt eine künstlerische Laufbahn in Vollzeit zu verfolgen.
Sein Werk, das Figurenbilder, Akte, Landschaften und Porträts umfasst, zeugt von einer Ausrichtung auf die Schweizer Moderne: Es verbindet ein Gespür für Figur und Landschaft mit vielfältigen stilistischen Anleihen, die seine Praxis im Feld der künstlerischen Entwicklungen des frühen 20. Jahrhunderts verorten. Zu den in der Dokumentation hervorgehobenen stilistischen Bezügen gehören Verweise auf die italienischen Primitiven, den Jugendstil, den Symbolismus und den Expressionismus – Ausdrucksformen, die sich in der formalen Weite und den chromatischen Entscheidungen seiner Malerei wiederfinden.
Die kritische Rezeption ordnet ihn unter den wichtigsten «Epigonen» Hodlers ein: Mehrere Texte stellen ihn nicht als blossen Nachahmer, sondern als Fortführer dar, eine Formulierung, die in thematischen Katalogen über Hodlers Erben wieder aufgenommen wird. Die institutionelle und lokale Nachwirkung konkretisierte sich in nach seinem Tod organisierten Präsentationen, insbesondere in der Retrospektive «Albert Schmidt 1883-1970. Peintures» im Espace Nouveau Vallon in Chêne-Bougeries (2.–25.
November 2007) sowie in einer von Katalogen begleiteten Ausstellung im Musée de Payerne (12. März–10. Juni 2013).
Die Bibliografie umfasst eine Monografie (Claude Schmidt, Albert Schmidt, 1883-1970, Peintre, 1974) und eine Publikation von 1999 (Éditions Benedetto Selano, Genf), während zusammenfassende kommerzielle Einträge die Chronologie wiedergeben; die Dokumentation verweist schliesslich auf seine Grabstätte auf dem Friedhof von Chêne-Bougeries.










