Geboren : 1892Gestorben : 1982Dokumentierte Staatsangehörigkeiten : Deutschland
Friedrich Schröder-Sonnenstern (1892–1982) entwickelte eine fantastische Bildwelt, in der monströse weibliche Figuren, männliche Gestalten, Dämonen, Skelette und extravagante Kreaturen nebeneinander auftreten. Soziale Parodie und blasphemische Umdeutung religiöser Symbole zählen zu den Merkmalen, die in seinem Werk festgestellt werden.
Seine Jugend war von mehreren Aufenthalten in Erziehungsanstalten und einer psychiatrischen Einweisung im Jahr 1912 geprägt; 1915 zum Militärdienst eingezogen und anschliessend für dienstuntauglich erklärt, wurde er von 1916 bis 1919 in Einrichtungen in Tilsit und Tapiau interniert. Im Oktober 1919 liess er sich in Berlin nieder und trat als Naturheilkundler, Magnetiseur und Astrologe auf, zunächst unter dem Namen Gustav Gnass, später als Dr. Eliot Gnass von Sonnenstern. Dort gründete er unter dem Namen «Eliot der Sonnenkönig» eine religiöse Bewegung und rief mit der Seherin Martha Möller, die er 1924 kennengelernt hatte, ein Institut zur Pflege von Körper, Geist und Seele ins Leben. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete er in einem Waffenlager, wurde wegen Beleidigung der nationalsozialistischen Bewegung in einem Internierungslager inhaftiert und floh 1942, um sich Martha Möller in Berlin anzuschliessen.
Von 1948 bis 1952 schuf er kleine farbige Zeichnungen zur Begleitung seiner Texte: Erzählungen, Gedichte, Lieder und Aphorismen. Zunächst zeichnete er mit Graphit, bevor er mit Buntstift auf Karton arbeitete. Seine von eigenwilligen Figuren und Kreaturen bevölkerten Kompositionen verbinden das Fantastische mit einer Dimension sozialer Parodie. Religiöse Symbole werden darin laut der Quelle der Outsider Art Fair häufig mit ausdrücklich blasphemischer Absicht verwendet.
1950 interessierte sich der Maler Juro Kubicek für seine Zeichnungen; später ermunterte ihn der Galerist Rudolf Springer, grössere Formate zu schaffen. Die Galerie Springer begann 1955, seine Werke zu verkaufen. 1959 wurden seine Werke in Paris in der mit Jean Dubuffet verbundenen Ausstellung Art brut und anschliessend in der Galerie Daniel Cordier in der Exposition inteRnatiOnale du Surréalisme gezeigt. Zu seinen weiteren Ausstellungsstationen zählen 1961 die Mostra Internazionale del Surrealismo in Mailand und 1967 eine Präsentation in der Städtischen Kunsthalle Düsseldorf. Für 1973 sind zwei Einzelausstellungen mit retrospektivem Charakter verzeichnet: in der Kestner-Gesellschaft in Hannover und im Haus am Waldsee in Berlin.
Ab 1961 nahm die Zahl der Aufträge zu, und er stellte Assistentinnen ein; laut der biografischen Quelle kamen diese dazu, ganze Bilder nach seinen Anweisungen auszuführen, die er signierte. 1974 wurde er erneut in eine psychiatrische Klinik eingewiesen und malte dort laut derselben Quelle sein letztes Werk mit dem Titel Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan. Werke befinden sich laut Angaben in den Sammlungen des Milwaukee Art Museum, der Collection de l’Art Brut in Lausanne und des Halle Saint Pierre in Paris. Zu den Publikationen über sein Werk zählen Mondgeistfahrt – Moon ghost trip – L’esprit lunaire en croisière, 1974 bei Bruckmann erschienen, sowie die 1987 bei Hirmer Verlag veröffentlichte Monografie von Eberhard Simons und Wolf-Dieter Enkelmann.
Dieses Profil vereint Identitätsnachweise zu Friedrich Schröder-Sonnenstern sowie Gemälde, Zeichnungen und Arbeiten auf Papier aus Auktionskatalogen.
14 Referenzen sind bei Dobiaschofsky, Germann, Schuler dokumentiert. Jeder Eintrag verweist auf seine Quelle; die Beträge sind keine allgemeine Bewertung des Künstlers.
In Auktionen dokumentierte Werke
Fotografie : Dobiaschofsky · Bild vergrößern ↗
Dobiaschofsky · Los 388
Docholinchen. Der unbekannte Friedensengel
Farbkreide und Bleistift auf Malkarton
Originaltext des Katalogs
"Docholinchen. Der unbekannte Friedensengel". Farbkreide und Bleistift auf Mkt
Dokumentarischer Text von SwissArtGallery auf Grundlage der genannten Quellen. Titel, Techniken und Hinweise werden in der Profilsprache angezeigt; der Originaltext des Katalogs bleibt im jeweiligen Eintrag zugänglich. Dokumentation aktualisiert : 2026-10-19