Moritz von Schwind (1804–1871), ein in Wien geborener österreichischer Maler, entwickelt ein Werk, in dem dekorative Malerei, Literatur und Musik zusammenkommen. Er wird an der Akademie der bildenden Künste Wien ausgebildet, lässt sich 1828 in München nieder und erhält dort Unterricht von Cornelius. Nach Aufenthalten in Karlsruhe und Frankfurt wird er 1847 Professor an der Akademie der bildenden Künste München. Sein Interesse an Musik und Literatur zeigt sich auch in seinen Verbindungen zu Franz Schubert, dessen Musik er teilweise illustriert, sowie zu den Schriftstellern Bauernfeld und Grillparzer. Rittertum, Folklore und Volkslieder prägen die Themen, die die Quellen mit seinem Werk verbinden.
Ein wichtiger Teil seiner Tätigkeit ist monumentalen Dekorationen gewidmet. 1834 erhält er den Auftrag für Wandmalereien in der Neuen Residenz von Ludwig I., die von Werken Ludwig Tiecks inspiriert sind, darunter Szenen aus dem Phantasus. 1839 wird er mit der Ausgestaltung der neuen Akademie in Karlsruhe beauftragt. Er arbeitet auch auf der Wartburg, zum Sängerkrieg und zur Geschichte der heiligen Elisabeth von Ungarn. In Wien schafft er einen Zyklus nach der Legende von Melusine sowie Darstellungen virtuoser Musiker für das Foyer der Staatsoper.
Neben diesen Aufträgen schafft Schwind Tafelbilder und in Aquarell gemalte Kartons. Sein 1857 nach Märchen der Brüder Grimm entstandener Zyklus Die sieben Raben zeugt von seinem Interesse an Märchenerzählungen. Volksmärchen, germanische Legenden und mittelalterliche Episoden nehmen in seinem Werk einen wichtigen Platz ein; Die Morgenstunde, die laut Universalis in der Schackgalerie in München aufbewahrt wird, gilt als Ausnahme von dieser Ausrichtung. Ein in einem Lempertz-Katalog beschriebenes Bild des heiligen Andreas veranschaulicht ebenfalls seine Aquarellpraxis: Das Werk ist ein Aquarell auf Papier, ausgeführt über einer Kreidegrundierung, und misst 133 × 37,6 cm. Der Katalog stellt es in Zusammenhang mit Kartons für Glasfenster einer Kirche in Landshut, die um 1853 entstanden sind.
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Lempertz · Kornfeld · Schuler
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In Auktionen dokumentierte Werke
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Schuler · Los 3070
Skizzenblatt mit figürlichen Studien (Sängerkrieg auf der Wartburg)
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