Geboren : 1886Gestorben : 1964Dokumentierte Staatsangehörigkeiten : Frankreich
Der Werdegang von Roger Bissière umfasst Malerei, Unterricht und Schreiben und erstreckt sich auch auf Tapisserie und Glasmalerei. Seine dokumentierten Werke zeugen zudem von einer Vielfalt an Bildträgern und Techniken: Öl auf Holz oder Leinwand, Eitempera auf kaschiertem Papier, kleine Tafeln und Entwürfe für Glasfenster. Nach einem Studienaufenthalt in Algier bei Rochegrosse besucht er die Kurse von Paul Quinsac in Bordeaux und arbeitet anschliessend kurze Zeit im Atelier von Gabriel Ferrier in Paris. 1911 hält er sich in London auf, wo er vermutlich unterrichtet hat, und danach in Rom, wohin ihn Jean Dupas in die Villa Medici einlädt. Von 1912 bis 1920 schreibt er für mehrere Zeitungen über Malerei; seine ersten Artikel erscheinen unter dem Pseudonym Cadoudal.
Seine erste Einzelausstellung findet 1921 in der Galerie Paul Rosenberg statt. Ab 1923 unterrichtet Bissière Malerei und Zeichnen an der Académie Ranson, wo er 1934 ein Freskoatelier eröffnet. Zu dessen Besuchern zählen unter anderem Alexandre Garbell, Jean Le Moal, Marinette Mathieu und Alfred Manessier. Zu den Werken dieser Zeit gehören Nu au hamac, ein auf 1926 datiertes Ölgemälde auf Holz, und Deux nus, ein auf 1927–1928 datiertes Ölgemälde auf Leinwand; beide befinden sich im Musée des Beaux-Arts de Bordeaux. 1937 beteiligt er sich an der Ausgestaltung mehrerer Pavillons der Pariser Exposition internationale des Arts et Techniques, darunter des Pavillons der Eisenbahnen. 1939 verlässt er Paris und zieht nach Boissièrette in ein ehemaliges Pfarrhaus, das er von seiner Mutter geerbt hat. Während des Krieges stellt er die Malerei ein.
1947 zeigt die Galerie René Drouin sieben seiner Tapisserien und dreissig Gemälde. Nach einer Operation wegen eines beidseitigen Glaukoms im Jahr 1950 schafft Bissière eine Serie kleiner Bilder in Eitempera. Jaune et gris aus demselben Jahr ist in dieser Technik auf Leinwand kaschiertem Papier ausgeführt und im Centre Pompidou verzeichnet. Im folgenden Jahr zeigt Jean-François Jaeger seine Images sans titre in der Galerie Jeanne Bucher, die seine Arbeit danach regelmässig ausstellt. 1952 erhält Bissière den Grand Prix national des Arts. Im selben Jahr befindet sich Composition 109, ein Ölgemälde auf Baumwollleinwand, im Musée des Beaux-Arts de Bordeaux. 1955 nimmt er an der II. Biennale von São Paulo teil und stellt an der documenta I in Kassel aus. Zu seinem Werk gehören auch Glasfenster, die 1958 für die Kirchen von Develier und Cornol in der Schweiz geschaffen werden, sowie die Entwürfe für zwei Glasfenster für die Kathedrale von Metz im Jahr 1960.
Nach dem Tod seiner Frau Mousse im Jahr 1962 malt er die kleinen Tafeln des Journal en images 1962-1964, die noch vor seinem Tod 1964 ausgestellt werden. Seine Gemälde werden auch im französischen Pavillon der Biennale von Venedig gezeigt, wo er eine besondere ehrenvolle Erwähnung erhält.
Dieses Profil vereint Identitätsnachweise zu Roger Bissière sowie Gemälde, Zeichnungen und Arbeiten auf Papier aus Auktionskatalogen.
15 Referenzen sind bei Artcurial Beurret Bailly Widmer, Dobiaschofsky, Germann, Kornfeld, Piguet, Lempertz dokumentiert. Jeder Eintrag verweist auf seine Quelle; die Beträge sind keine allgemeine Bewertung des Künstlers.
Dokumentarischer Text von SwissArtGallery auf Grundlage der genannten Quellen. Titel, Techniken und Hinweise werden in der Profilsprache angezeigt; der Originaltext des Katalogs bleibt im jeweiligen Eintrag zugänglich. Dokumentation aktualisiert : 2026-10-19