Der 1553 in Löwen geborene flämische Historienmaler und Porträtist Gortzius Geldorp zeichnet sich durch eine Praxis aus, in der sich die beiden Gattungen annähern: Seine Historienbilder in niederländischer Tradition werden als Porträts beschrieben. Seine Ausbildung absolvierte er in Antwerpen: 1570–1571 trat er bei Franz Francken dem Älteren in die Lukasgilde ein und wechselte anschliessend in das Atelier von Frans Pourbus dem Älteren, einem anerkannten Porträtisten seiner Zeit.
Geldorp erhielt danach eine Anstellung bei Carlo d’Aragona Tagliavia, Herzog von Terranuova, den er regelmässig auf seinen Missionen begleitete. Seine Anwesenheit bei den Friedensverhandlungen von 1579 mit den Niederlanden in Köln zeugt von diesem Werdegang im Dienst des herzoglichen Hauses, dem er bis zum Tod des Herzogs 1618 verbunden blieb. In das Leben der Stadt Köln eingebunden, folgte er 1610 Bartholomaeus Bruyn dem Jüngeren in den Stadtrat. Ab 1595 signierte er seine Gemälde mit einem Monogramm aus den verschlungenen Initialen GG, ergänzt durch ein «f» für fecit.
Die Verbreitung seiner Porträts ist auch durch Druckgrafiken belegt: Um 1601 reproduzierte Crispin de Passe der Ältere das Porträt des Kurfürsten Lothar von Trier. Werke Geldorps sind im Rheinischen Landesmuseum Bonn — darunter die Porträts von Eberhard III Jabach und seiner Ehefrau —, im Kölnischen Stadtmuseum, in der Alten Pinakothek in München und im Kunsthistorischen Museum in Wien nachgewiesen. Eine Erhebung von 1920 verzeichnete rund siebzig erhaltene Porträts, hauptsächlich auf Holz gemalt, davon etwa dreissig in Köln. Zu seinem Werk gehören auch neun Familienporträts, das letzte von 1610. Der Auktionskatalog von Koller führt unter seinem Namen ein auf 1612 datiertes Portrait of Diana auf; das Los wurde für 11 250 CHF inklusive Käuferaufgeld verkauft.
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Koller · Genève Enchères · Schuler · Piguet
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