Sylvie Fleury
Geboren 1961 in Genf.
Schweiz · Zeitgenössische Kunst · Installation, Skulptur, Malerei und Video.
Sylvie Fleury untersucht die Beziehungen zwischen Kunst, Begehren und Konsum. Marken, Mode und Luxuswaren gehören zu ihrem visuellen Vokabular. Ihre feministische Praxis verschiebt die Zeichen gesellschaftlichen Prestiges und fragt danach, wodurch ein Gegenstand seinen Wert erhält und welche Vorstellungen sich mit ihm verbinden.
Die Shopping Bags, die sie 1990 bei ihrer ersten Ausstellung in Lausanne präsentierte, wurden für diesen Ansatz kennzeichnend. First Spaceship on Venus vereinte 1996 im MAMCO verschiedene Medien. Raketen in Nagellackfarben brachten dabei die Vorstellungen der Raumfahrt mit den Codes der Schönheitsindustrie zusammen.
Für Bedroom Ensemble II von 1998 überzog sie die Möbel eines Schlafzimmers mit Kunstpelz. Das MAMCO stellt die Installation in Beziehung zu den Schlafzimmern von Claes Oldenburg. Die veränderten Oberflächen erzeugen eine künstliche Weichheit und eröffnen einen anderen Blick auf vertraute Einrichtungsgegenstände.
Die für ihre Retrospektive 2008 geschaffene Grotte ermöglicht eine stärker nach innen gerichtete Erfahrung. Ihr aus einer Parfümwerbung übernommener Titel hält jedoch die Verbindung zum Konsum aufrecht. Die Installation bringt die Anziehungskraft von Oberflächen und die Erkundung des Selbst miteinander in Berührung.
2018 zeichnete das Bundesamt für Kultur Fleury mit dem Schweizer Grand Prix Kunst / Prix Meret Oppenheim aus. Die Auszeichnung würdigt eine medienübergreifende Praxis, die Beziehungen zwischen visueller Kultur, Identität und Selbstdarstellung immer wieder zur Diskussion stellt.


