Rolf Dürig
Geboren 1926.
Gestorben 1985.
1926 in Bern geboren, gehört Rolf Dürig zu einer Generation Schweizer Künstler, die Malerei, Zeichnung und grafische Künste miteinander in Dialog treten lässt. Das Verzeichnis des SIK-ISEA führt ihn als Maler, der auch in den Bereichen Gravur, Illustration, Plakat und Keramik tätig war. Diese Vielfalt ist keine bloße Aufteilung zwischen freier Kunst und Auftragsarbeiten: Sie erhellt eine Art, Bilder zu gestalten, die unmittelbar lesbar sind, ohne auf ihre malerische Intensität zu verzichten.
Das Inventar der Kunstsammlung des Bundes ermöglicht es, mehrere Richtungen seines Schaffens nachzuverfolgen. Ein Gemälde von 1954 trägt den Titel *Forêt tropicale* (*Tropischer Urwald*); andere Werke evozieren die Kautschukgewinnung, orientalische Bäume oder eine Pfirsichplantage. Hinzu kommen die Pfingstrosen eines Gemäldes von 1976 sowie die Gotthardlinie bei Wassen, die um 1958 gemalt wurde.
Auch die Zeichnungen *Pennafort (Provence)* (1960) und *Chilaw (Ceylan)* (1963) verankern benannte Orte in diesem Korpus. Von üppiger Vegetation bis zur Eisenbahninfrastruktur offenbart die Wahl der Motive einen Blick, der sich für Landschaften, Fortbewegung und Bilder aus der Ferne interessiert; die Titel allein sagen jedoch nichts darüber aus, wie diese Werke entstanden.
Dürigs Laufbahn ist in den Schweizer Ausstellungsorten verankert: Das Kunstmuseum Luzern präsentierte ihn vom 23. Mai bis zum 4. Juni 1954 gemeinsam mit Max Weiss und Erich Müller.
Seine Tätigkeit als Plakatgestalter zeigt sich in *Ferienplan – Ferienbahn – SBB*, einem Plakat für die Schweizerischen Bundesbahnen, das in einer Designzeitschrift von 1965 erwähnt wird, die von der Kulturerbe-Plattform e-periodica aufbewahrt wird. Zwischen Wald, Blumen, Eisenbahn und Einladung zur Reise lässt sein Werk die Themen von einem Gemälde zum anderen und von einem Träger zum anderen zirkulieren. Die öffentlichen Sammlungen bewahren so die Spur eines Künstlers, für den das Bild ebenso gut die Leinwand wie den alltäglichen Raum bewohnen konnte.