Pierre-Louis De la Rive
Geboren 1753.
Gestorben 1817.
Seine erste Ausbildung erhält er beim Chevalier Fassin, danach setzt er seine Studien an der Akademie der bildenden Künste in Dresden unter der Leitung von Giovanni Battista Casanova fort. Nach seiner Heirat mit Théodora-Charlotte Godefroy im Jahr 1779 kehrt er noch im selben Jahr nach Genf zurück, wo sich seine künstlerische Tätigkeit hauptsächlich entfaltet; nach 1787 lässt er sich in Céligny nieder.
In Genf beteiligt er sich am lokalen institutionellen Leben: Als aktives Mitglied des Zeichenkomitees der Société des arts stellt er an den ersten Salons dieser Gesellschaft 1789 und 1792 aus. Auch im öffentlichen Leben engagiert, wird er ab 1788 als Mitglied des Conseil des Deux-Cents erwähnt. Die Genfer Revolution bringt für ihn finanzielle Schwierigkeiten mit sich, die ihn 1794 zur Emigration nach Bern bewegen, bevor er 1797 zurückkehrt und sich in Presinge niederlässt.
Auf internationaler Ebene stellt er zwischen 1799 und 1801 im Pariser Salon aus.
Um 1793 beginnt er, nach dem Vorbild und auf Anraten von Zeitgenossen wie Saint-Ours, grosse «gezeichnete Bilder» in Lavierung und Sepia nach eigenen Kompositionen auszuführen, parallel zu seiner Tätigkeit als Kupferstecher und Radierer.
Thematisch wird er der Genfer Landschaftsschule zugerechnet; die Quellen schreiben ihm die Ausführung einer auf 1802 datierten eigenständigen Darstellung des Mont-Blanc zu. Mehrere seiner Werke befinden sich in Schweizer öffentlichen Sammlungen: Das Musée d’art et d’histoire in Genf bewahrt insbesondere Le Mont‑Blanc vu de Sallanches au coucher du soleil (1802), La Fenaison à Saint‑Gingolphe (1792) und Le Mausolée (1787). Auch französische öffentliche Depots bewahren in der Dokumentation erwähnte Gemälde, darunter La Fenaison à Saint‑Gingolphe (1792) und Les Environs de Cluses (1810) im Petit Palais.
Zu den genannten Kunden und Auftraggebern gehören Persönlichkeiten und Privatsammlungen wie Germaine de Staël, Fürst Galitzine und Kaiserin Joséphine sowie Genfer Sammlungen wie Tronchin, Sellon und Eynard.
Bibliografie und Ausstellungstätigkeit ergänzen das Dossier: Eine ältere biografische Notiz (A. L. Vignier, 1832) und eine moderne Monografie (Patrick‑André Guerretta, 2002) werden ebenso erwähnt wie eine 1969 vom Musée d’art et d’histoire in Genf organisierte Ausstellung von Zeichnungen.
Diese Referenzen dienen als Bezugspunkte für die Zuschreibungen und die Lokalisierung von Werken in den oben genannten Schweizer und französischen öffentlichen Sammlungen.
Insgesamt stellt die ausgewählte Dokumentation Pierre‑Louis De la Rive als eine wichtige Persönlichkeit der Genfer Landschaftsmalerei vom späten 18. bis zum frühen 19. Jahrhundert dar, anerkannt für Landschaftskompositionen, darunter alpine Ansichten, sowie für ein Schaffen, das sich auf Zeichnungen, Lavierungen, Sepien und Druckgrafiken erstreckt; seine Werke befinden sich in öffentlichen Institutionen in der Schweiz und in Frankreich.