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Olivia Abächerli

Geboren 1992 in Stans (Schweiz).

schweizerisch · Zeitgenössische Kunst · forschungsbasierte Zeichnung, kritische Kartografie, Video, Animation und gesellschaftspolitische Installation.

Die in Bern tätige Schweizer Künstlerin Olivia Abächerli stellt die Zeichnung ins Zentrum einer forschungsbasierten Praxis, die sich auf Papier und Wänden ebenso entfaltet wie in Animation, Video, Klang und Installation. Zeichnen ist für sie nicht bloss ein darstellendes Medium, sondern ein körperlicher Denk-, Orientierungs- und Aushandlungsprozess.

Nach dem Vorkurs an der Hochschule Luzern – Design & Kunst absolvierte sie den Bachelor in Fine Arts an der Hochschule der Künste Bern und den Master of Art Praxis am Dutch Art Institute in Arnhem. Von 2019 bis 2021 war sie Fellow der Sommerakademie Paul Klee, wodurch die diskursive und gemeinschaftliche Dimension ihrer Arbeit weiter vertieft wurde.

Ihre Werke untersuchen die Beziehungen zwischen Individuum und Kollektiv sowie zwischen privater Erfahrung und politischen Strukturen. Subjektive Kartografien, Diagramme, wimmelbildartige Panoramen und animierte Bildfolgen machen ökonomische, emotionale und historische Abhängigkeiten sichtbar. Ökologische Krisen, die Mythen der schweizerischen Neutralität, koloniale Verflechtungen, politische Spannungen innerhalb von Familien, Klasse und queere Erfahrung verbinden sich zu bewusst komplexen Konstellationen, in denen die eigene Position der Künstlerin stets erkennbar bleibt.

Zu den wichtigen institutionellen Stationen gehören die Präsentation von «Polsima» im M8 Art Space der Aalto-Universität, mehrere Ausstellungen im Nidwaldner Museum, die Einzelausstellung «the center and the other» in der Kunsthalle Luzern sowie das prozessuale Zeichnungsprojekt in der Kunsthalle Bern. 2025 erhielt sie einen Swiss Art Award; weitere Präsentationen in Langenthal und Meggen sowie 2026 im Nidwaldner Museum und im Kunstmuseum Thurgau belegen die wachsende Rezeption ihres Werks.

Neben ihrer individuellen Praxis arbeitet Abächerli in kollaborativen Zusammenhängen, insbesondere mit Amélie Bodenmann im Kollektiv DUELL. Publikationen wie «Ibu Silla» und «Ich bin frei und mir ist schlecht» erweitern das Zeichnen in den editorischen Raum und verbinden historische Recherche, Erinnerung, Fiktion und Dialog. Eine Videoarbeit der Künstlerin ist zudem in der Kunstsammlung der Gemeinde Meggen dokumentiert.

Olivia Abächerli

Verfügbare Werke

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