Max Gubler
Geboren 1898.
Gestorben 1973.
Eine Landschaft der Limmat, ein vertrockneter Blumenstrauß, ein Gesicht: Max Gubler findet in den nächstliegenden Sujets ein Feld für malerische Experimente. Die Kraft der Farbe und die Energie des Pinselstrichs verwandeln diese vertrauten Motive. Zwischen Beobachtung und Ausdruck nimmt seine figurative Malerei im Zürich der 1940er- und 1950er-Jahre, in dem sich zugleich die Konkrete Kunst entwickelt, eine singuläre Stellung ein.
1898 in Zürich-Aussersihl geboren, bricht Gubler seine Ausbildung zum Lehrer kurz vor deren Abschluss ab, um sich der Malerei zu widmen. Seine ersten Förderer, die Kunsthändler Paul Cassirer und Han Coray, machen diese Entscheidung möglich. Nach mehreren Aufenthalten in Italien und Deutschland reist er 1924 mit Maria Gronenschild, seiner späteren Ehefrau, auf die Insel Lipari.
Die mediterranen Jahre führen helle Landschaften und Figurenkompositionen in sein Werk ein. Das Paar lässt sich anschließend 1930 in Paris und 1937 in Unterengstringen nieder.
In der Nähe seines Wohn- und Atelierhauses findet Gubler immer wieder neue Motive. Landschaften, Porträts und Stillleben ermöglichen es ihm, die Beziehungen zwischen Form, Licht und Materie zu untersuchen. Die Nature morte au chardon dans un vase bleu et à la corbeille de pommes, die in der Sammlung der Mobiliar aufbewahrt wird, verbindet die Trockenheit des Pflanzlichen mit dem Glanz der Früchte und der Vase.
Die Bewegung des Pinsels verleiht dieser Beschwörung der Zerbrechlichkeit der Dinge eine lebendige Intensität.
Eine schwere gesundheitliche Krise unterbricht seinen Werdegang 1957, doch er malt weiter: In den darauffolgenden drei Jahren entstehen zwischen Klinik und Atelier beinahe vierhundert Bilder. Nach dem Tod Marias im Jahr 1961 hört er auf zu malen und stirbt 1973 in Zürich.
Um sein Werk zu entdecken, ist die Beobachtung des Pinselstrichs ebenso aufschlussreich wie die Identifizierung des Sujets: Seine Dichte, seine Geschwindigkeit und seine Unterbrechungen machen das Bild zu einer sinnlichen Erfahrung des Sehens.
