Matthäus Merian l’Ancien
Geboren 1593.
Gestorben 1650.
Juni 1650 in Bad Schwalbach. Er ist für sein Œuvre von Landschaften und topografischen Ansichten bekannt. Aus einer Goldschmiedefamilie stammend, hinterliess er ein Werk, das zahlreiche Originalblätter umfasst; die Herausgabe und Katalogisierung seiner Druckgraphik wurde von Lucas Heinrich Wuthrich in Angriff genommen (1963, drei Bände).
Seine beruflichen Tätigkeiten führten ihn in mehrere europäische Städte – namentlich Frankfurt, Nancy, Paris, Basel und Augsburg; ein Aufenthalt in Stuttgart im Jahr 1616 und anschliessend in Frankfurt im Jahr 1617 ist dokumentiert und markiert Stationen seiner Laufbahn. Während eines um 1613–1615 datierten Aufenthalts in Paris stach er Darstellungen wie Feux d'artifice sur la Seine und einen Plan de Paris und ist als Angestellter bei Mathonières, einem in der Rue Saint-Jacques tätigen Bildverleger, nachweisbar.
Sein Werk wird vor allem durch grosse topografische Folgen geprägt, darunter die Topographia Germaniae und das Theatrum Europaeum (1635); auch die Topographia Galliae (1655) wird in den Quellen als Teil seines druckgraphischen Œuvres genannt. Neben Stadtansichten stach er Darstellungen von Belagerungen und Kriegsszenen; als Beispiele werden Magdeburg (1631) sowie Ansichten von Prag und Hamburg aus dem Jahr 1648 angeführt. Merians Stil wurde in einigen Einträgen als verhältnismässig neutral beschrieben, zeigt jedoch Verfahren und einen Sinn für Details, die auf die modernen Radierer Stefano della Bella und Jacques Callot verweisen.
Für Forschung und Konservierung bildet der Katalog von Wuthrich (1963) eine Arbeitsgrundlage; die hier vorgelegten Angaben beruhen auf den zugänglichen Einträgen und Katalogisierungen, ohne den Anspruch auf die Vollständigkeit eines Werkverzeichnisses zu erheben.