Marius Borgeaud
Geboren 1861.
Gestorben 1924.
Als Maler, der mit bretonischen Landschaften und Interieurs verbunden wird, zeichnet sich Marius Borgeaud durch eine späte Laufbahn und einen Stil aus, der sich vom Postimpressionismus zu einer Reduktion entwickelt, die bisweilen der naiven Kunst angenähert wird und Synthese sowie Sparsamkeit im Detail bevorzugt. Gemäss der Darstellung von Yves Guignard kommt der Malerei in seinem Leben eine starke persönliche Bedeutung zu, als eine Form der Rehabilitation, die seinen Entschluss begleitet, sich um das vierzigste Lebensjahr beruflich der Malerei zu widmen.
An der Académie Cormon in Montmartre ausgebildet, erhielt er eine in den konsultierten biografischen Einträgen dokumentierte Pariser malerische Ausbildung. Die Biografie berichtet, dass er nach einer Erbschaft im Alter von achtundzwanzig Jahren berufliche Vorhaben aufgegeben, einen Teil seines Vermögens in Paris verschleudert und anschliessend in die Hauptstadt zurückgekehrt sei, um dort das Handwerk des Malers zu erlernen. In der angeführten Darstellung wird ab 1897 eine Vormundschaftsmassnahme erwähnt.
Da er den grössten Teil seines Lebens ausserhalb der Schweiz verbrachte, teilte er seine Tätigkeit zwischen der Bretagne und Paris auf, wo er den berücksichtigten Einträgen zufolge ab 1904 ausstellte.
Die bevorzugten Motive seines Werks sind bretonische Landschaften und Interieurs, behandelt mit einer Malweise, die dazu neigt, anatomische Details zu vereinfachen und Schatten sowie Perspektive nach eigenen plastischen Erfordernissen umzugestalten. Im Laufe der Zeit gewinnt seine Arbeit an Reduktion und Synthese: In den konsultierten Auszügen wird eine Verringerung der Details sowie eine eigenwillige Behandlung von Volumen und Bildebenen festgestellt, anstatt einer strikten Treue zur realistischen Perspektive.
Für eine aktuelle Übersicht siehe Yves Guignard, Borgeaud, une Bretagne intérieure, Infolio Presto, 2024.
