Lorenz Spring
Geboren 1964.
Lorenz Spring wurde 1964 in Uster geboren und ist ein in der Region Bern ansässiger Schweizer Maler und Bildhauer. Nach einer Ausbildung zum Steinbildhauer in Bern, die er parallel an der Schule für Gestaltung absolvierte, arbeitete er von 1984 bis 1988 an der Restaurierung und Ausführung barocker Monumente. 1988 wandte er sich der Malerei zu; in diesem Jahr hielt er sich in Paris auf und zeigte seine erste grosse Einzelausstellung in der Galerie Loeb in Bern.
Sein Werdegang verbindet somit die Arbeit mit Stein, Malerei, Zeichnung und Objekt.
Seine Werke verbinden häufig Malerei und Schrift, populäre Bilder und Motive aus der Kunstgeschichte. In den 1990er-Jahren verwandeln seine «Schuhbilder» gewöhnliche Gegenstände in Figuren und Erzählungen. Der Galerist Carzaniga beschreibt diese Ikonografie als eine Erkundung menschlicher Mythen, Irrtümer und des Glücks und verweist auf die Spannung zwischen Humor und gesellschaftlichem Ernst.
Spring thematisiert insbesondere Materialismus, Eitelkeit und Isolation. Er arbeitet mit Mischtechniken; in den Werknotizen werden insbesondere Acryl, Dispersion, Kreide, Collage und Öl dokumentiert.
Ab 2006 werden Blumen und Seerosen zu zentralen Motiven. Die Klinik Hirslanden, die das Werk Seerosen (2007) aufbewahrt und präsentiert, beschreibt grossformatige Kompositionen, in denen sich abstrakte Blütenformen und grüne Spuren vor farbigen Hintergründen entfalten. Monet bildet einen Bezugspunkt, doch der Künstler gibt dem Spiel der Farben und einer nicht realistischen Interpretation der Natur den Vorrang.
Sein Werk ist auch in den Sammlungen des Kunstmuseums / der Kunsthalle Appenzell vertreten: Selbstgespräch (1993) wird dort als ein Werk präsentiert, das einen inneren Riss zum Ausdruck bringt, mit den auf die Leinwand geschriebenen Worten «Brutale Welt». Diese institutionelle Lesart erinnert an die kritische und existenzielle Dimension, die ein Werk durchzieht, in dem vertraute Themen, textliche Zeichen und malerische Gesten nebeneinanderstehen.